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Behandlung der anhaltenden Trauerstörung mit einer auf anhaltende (prolongierte) Trauer fokussierten Kognitiven Verhaltenstherapie (PROGRID)

Antragstellerin Professorin Dr. Rita Rosner
Fachliche Zuordnung Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Förderung Förderung seit 2016
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 286629540
 
Die Anhaltende Trauerstörung (ATS) ist eine andauernde und beeinträchtigende Trauerreaktion nach dem Tod eines geliebten Menschen, die in die erstmals in die ICD-11 aufgenommen werden soll. Die Prävalenz der ATS wird auf etwa 5% geschätzt, mit hohen Komorbiditätsraten. Die kognitive Verhaltenstherapie hat sich als wirksam für die Behandlung von anhaltenden Trauersymptomen erwiesen, jedoch als weniger wirksam bei sekundären Folgen wie Depressionen und allgemeiner psychischer Gesundheit. Die Ergebnisse unserer Pilotstudie zeigten, dass insbesondere somatoforme Störungen bei ATS-Patienten überraschend häufig auftraten und dass eine ansonsten hochwirksame trauerspezifische kognitive Verhaltenstherapie (PG-CBT) bei der Somatisierung weniger wirksam war. In dieser randomisierten kontrollierten Studie wird die PG-CBT, ergänzt um ein zusätzliches Behandlungsmodul für somatoforme Symptome, im Vergleich zu einer unterstützenden Kontrollbedingung mit grundlegenden therapeutischen Elementen (Present-Centered Therapy, PCT) untersucht. 204 ATS-Patienten werden nach Randomisierung einer PG-CBT oder PCT unterzogen, um einen relevanten minimalen klinischen Unterschied von 5,5 Punkten in der mittleren Veränderung auf der PG-13-Schweregrad-Skala zwischen der Eingangserhebung und der 12-Monats-Follow-up-Messung zwischen den Gruppen zu zeigen (Power von 80%, Alpha-Niveau von 5%). Das Vorgehen ist so konzipiert, dass Verzerrungen so weit wie möglich vermieden werden (Stratifizierung, blinde Ratings, ITT-Analyse, ausgewogene Behandlungsdosis, Kontrolle von Allegiance-Effekten). Die Ergebnisse werden die Entwicklung von Behandlungsrichtlinien für diese neue Diagnose international und national vorantreiben.
DFG-Verfahren Klinische Studien
 
 

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