Durch die magnetometrische Prospektion wurde 2007 ein Schachtgräberfeld westlich der Pyramide Amenemhets II. entdeckt. Es handelt sich um einen bis dahin nicht bekannten, im Zusammenhang mit dem Pyramidenkomplex Amenemhets II. geplanten Friedhof, der seit 2009 im Rahmen des Projektes erforscht wurde. Der Friedhof besteht aus drei Schachtreihen, die im Winkel zueinander angelegt wurden. Von den insgesamt 65 Schächten wurden bisher 12 Gräber ausgegraben. Sie waren alle beraubt, doch die noch aufgefundenen Bestattungsreste lassen sich in die 12. Dyn. datieren und finden Parallelen unter Funden aus der Regierungszeit Amenemhets II. Soziale Hierarchien werden abgebildet durch große und tiefe Schächte der Nord-Süd-Reihe, in denen Männer und Frauen mittleren Alters beigesetzt wurden, gegenüber tendenziell kleineren Schächten der Ost-West-Reihe, in denen sich Bestattungen jüngerer Frauen und Kinder fanden. Oberbaureste konzentrierten sich im nordöstlichen Winkel der Schachtreihen. Es handelt sich um abgerissene Lehmziegelkapellen und -mastabas. Reste einer Scheintür und Opferbassins aus Kalkstein waren ehemals an den Kultstellen angebracht. Sie haben wichtigen prosopographische Daten geliefert, die bestätigen, dass es sich bei den in den Schächten bestatteten Personen um Angehörige des Hofes Amenemhets II. handelte. Das Layout des Friedhofs findet Parallelen in Planfriedhöfen aus der Zeit des Königs Snofru sowie wohl auch in frühzeitlichen Ritualbezirken. Der Pyramidenbezirk Amenemhets II. bezieht sich damit auf die damals schon ferne Vergangenheit des Mittleren Reiches zurück.