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Jacques Doillon. Autorenkino und Filmschauspiel.

Applicant Anja Streiter
Subject Area Theatre and Media Studies
Term from 2005 to 2006
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 17772641
 
Jacques Doillon, Autorenfilmer par excellence, ist einer der umstrittensten Regisseure des französischen Nachkriegskinos. Außer Frage steht die bemerkenswerte Qualität seiner Schauspielführung und Dialoge. Unter seiner Regie, in der für sie geschriebenen Sprache, erobern sich Darsteller, Laien wie Profis, eine atemberaubende Freiheit im Ausdruck. Sie werden in den Rollen in ihrem Eigensinn, ihrem unausgeschöpften Potential sichtbar. Überraschend daher die Verachtung, mit der die Kritik Doillon immer wieder begegnete. Der Vorwurf - Narzissmus - gründet in der in den Filmen immer markierten Position des Autors: er ist es, der diesen Eigensinn so sehen will. In eindringlichen Analysen führt diese erste umfassende Studie zu Doillon ins Zentrum des Werkes und zugleich zu einer neuen Sicht der Nachkriegsfilmgeschichte. Der Mythos „Nouvelle Vague“ und die Mystifizierung des „Kinos des Köpers“ wird auflöst. Begrifflich streng und klar bezieht die Studie die Filmanalysen auf zeitgenössische Positionen in Theater, Literatur, Malerei und Philosophie. Herzstück der Argumentation ist die Auseinandersetzung mit Theorien filmischer Autorenschaft und filmischen Schauspiels. Erst durch die neue Verknüpfung beider wird die emotionale wie gedankliche Sprengkraft eines im offenen Prozess des Schauspiels gründenden Autorenkinos theoretisch artikulierbar.
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