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Allgemeine Literaturwissenschaft und Neuere deutsche Literaturwissenschaft

Fachliche Zuordnung Allgemeine und vergleichende Literaturwissenschaft; Kulturwissenschaft
Förderung Förderung von 2011 bis 2018
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 197674514
 
Erstellungsjahr 2019

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Meine im Rahmen des Heisenbergstipendiums durchgeführten Projekte sind 1. Komik (mit den Teilbereichen Komik und Ethik, Komik und Gewalt im Film und Medienästhetik der Komik), 2. Narrativität und Normativität (mit den Teilbereichen Erzählen und Moral, Literatur und Menschenrechte, Literatur und Sympathiekonzepte) und 3. Filmnarratologie. Die Arbeits- /Forschungsformen sind Konferenzen, Tagungsbände, die ich im Anschluss an die Projekte herausgegeben habe, Monografien, die zumeist in interdisziplinärer Kooperation beispielsweise mit Philosophen, erarbeitet wurden und denen zum Teil auch gemeinsame Lehrveranstaltungen vorausgegangen sind, und einzelne wissenschaftliche Artikel in Zeitschriften oder Sammelbänden zu Teilbereichen der Projekte. Im Bereich der Komikforschung sind wichtige Ergebnisse erzielt worden, beispielsweise die Erkenntnis, dass Lachen über Gewaltszenen nicht notwendig eine Gewaltbejahung impliziert, weil die komische Wirkung von der Kontrastkonstruktion (Inkongruenztheorie der Komik) abhängt, nicht von der Affirmation moralischer Vorstellungen. Das Projekt Medienästhetik antwortet insofern auf ein Forschungsdesiderat, als es bisher keine systematischen Studien dazu gibt, worin die Spezifik der Komik in den verschiedenen medialen Formen besteht. Hierzu war ein interdisziplinärer Dialog zwischen Philosophie, Literatur-, Sprach-, Medien-, Film- und Musikwissenschaft notwendig, um die medienspezifischen und transmedialen Potentiale und Techniken der Herstellung und Steigerung komischer Wirkungen zu analysieren. Im Bereich Narrativität und Normativität ist besonders hevorzuheben, dass ich gemeinsam mit Rüdiger Bittner in dem Buch „Moralische Erzählungen“ (Göttingen: Wallstein Verlag 2014) nach einem Gang durch vielfältige Erzählformen – durch klassische und zeitgenössische, einfühlsame und schematische, populäre und solche der hohen Literatur – zu dem Ergebnis gekommen bin, dass Erzählungen nicht sagen, wie man leben soll, aber dennoch eine moralische Bedeutung haben: Mit Hilfe von fiktiven Vorgängen eröffnen sie uns eine andere Sicht auf Geschehnisse im realen Leben und bieten so andere Weisen zu leben an. Im Bereich der Filmnarratologie ist vor allem die Einführung zu nennen, die ich gemeinsam mit Jean-Pierre Palmier geschrieben habe (Die Filmerzählung. München 2016), denn hier wird ausgehend von einer transmedialen Konzeption von Erzählen grundlegend dargelegt, wer oder was im Film erzählt, wie filmisches Erzählen perspektivisch aufgebaut ist, welche narrativen Funktionen die visuellen und auditiven Elemente erfüllen und wie diese sich zueinander verhalten. Zudem werden exemplarisch komplexe Ebenen- und Zeitstrukturen analysiert. Kapitel zur erzählerischen Unzuverlässigkeit, Metafiktionalität und zu den Grundlagen filmischer Adaptionen runden die Einführung ab. In einem Forschungsüberblick werden außerdem aktuelle Beiträge sowie Klassiker der Filmnarratologie vorgestellt und kritisch kommentiert. Sehr relevant und zugleich den narratologischen Rahmen der Filmforschung weit überschreitend ist das Projekt „Echtzeit im Film“, das ich gemeinsam mit Stephan Brössel als DFG-Nachwuchsnetzwerk realisiert habe und das nach einer Reihe von Workshops (im Förderzeitraum zwischen 2015 und 2018) einen ersten umfassenden systematischen Band zum Phänomen der Echtzeit im Film hervorgebracht hat.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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