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Wahl durch Zustimmung: Ökonomische Theorie und Experimentelle Evidenz / Approval Voting: Economic Theory and Experimental Evidence

Fachliche Zuordnung Wirtschaftstheorie
Förderung Förderung von 2012 bis 2016
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 214951190
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die derzeit meist angewandten Wahlmethoden, die zumeist auf dem Pluralitätsprinzip beruhen, sind dafür bekannt, dass sie die Präferenzen der Wählerschaft nicht korrekt widerspiegeln (da die Wähler nur das Maximum ihrer Präferenzen äußern können) und dass sie zahlreiche paradoxe und sozial unerwünschte Phänomene hervorrufen, wie z.B. die Wahl von Kandidaten, die von einer absoluten Mehrheit verachtet werden. Das Zustimmungswahlverfahren („Approval Voting“) ist eine alternative Wahlmethode, bei der die Wähler so vielen Kandidaten wie gewünscht zustimmen können und der Kandidat mit den meisten Zustimmungen gewinnt. Es wird argumentiert, dass diese Methode Stimmenverschwendungsargumente vermeidet, die Wahl von Kompromisskandidaten begünstigt und weniger strategisches Verhalten (falsche Darstellung von Präferenzen zur Manipulation der Ergebnisse) unter den Wählern hervorruft. In diesem Projekt wurde Approval Voting sowohl theoretisch als auch experimentell untersucht. Die theoretischen Ergebnisse haben gezeigt, dass Approval Voting nicht manipulierbar ist in dem Sinne, dass die Wähler immer eine stark aufrichtige beste Antwort haben (ein Best-Response-Stimmzettel, der so konstruiert ist, dass jeder zugestimmte Kandidat strikt jedem abgelehnten vorgezogen wird) gegenüber den Stimmzetteln der anderen Wähler. Darüber hinaus können Zustimmungsdaten dafür verwendet werden, um eine verlässliche Momentaufnahme der politischen Präferenzen in einer Wählerschaft zu erstellen, die im Falle der deutschen Daten einen hochgradig multidimensionalen Raum offenbart. Das Projekt hat auch die Eigenschaften und die Stabilität von Approval Voting in einer Reihe von Experimenten untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass Approval Voting die Wahl von Kompromissalternativen (z.B. in Bezug auf Gleichheit oder Effizienz) im Vergleich zu Pluralitätswahlen begünstigt und im Gegensatz zu anderen Wahlmethoden im Wesentlichen stabil gegenüber Framing (z.B. „wir gegen sie“ oder Gewinne gegen Verluste) und psychologischem Druck ist.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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