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Königsherrschaft im Ostfränkischen Reich

Subject Area Medieval History
Term Funded in 2006
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 21584568
 
Die vorliegende Habilitationsschrift bietet verfassungsgeschichtliche Untersuchungen zur Herrschaftspraxis der ostfränkischen Karolingerkönige (833-918). Dabei beschäftigt sich der erste Hauptteil mit den Personengruppen im Umfeld des Königs, die von ihm in unterschiedlichem Maß zur Herrschaftsausübung herangezogen werden können, also mit dem Hofpersonal, den Vasallen und den Amtsträgern im Reich; der zweite Hauptteil beschäftigt sich mit den konkreten Nutzungsweisen dieses Herrschaftspotentials, nämlich mit Beratungen zur Entscheidungsfindung, mit verwandtschaftlichen Bindungen und mit den Orten der Begegnung zwischen König und Reichsangehörigen. Das weitgehend im 19. Jahrhundert geprägte, aber immer noch gültige hierarchischinstitutionelle Verfassungsmodell für das 9. Jahrhundert wird aufgrund der hierbei gefundenen Ergebnisse nachdrücklich in Frage gestellt; vielmehr scheint die (spät-)karolingische Königsherrschaft besser mit dem Modell erfassbar, das in den letzten Jahren für die ottonische Königsherrschaft entwickelt worden ist, nämlich als eine polyzentrische Herrschaftsordnung, in der Macht hauptsächlich durch Konsensbildung ausgeübt wird.
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