Detailseite
Projekt Druckansicht

Photoisomerisierung als Zugang zu Übergangszustandskombinationen in Thioharnstoff- Iminium- und Dienaminkatalysen

Fachliche Zuordnung Organische Molekülchemie - Synthese, Charakterisierung
Förderung Förderung von 2014 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 245388561
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ziel des Projektes war es durch eine Kombination von experimentellen NMR-spektroskopischen Techniken, theoretischen Rechnungen und Photoisomerisierungen die Reaktionswege, Intermediatstrukturen und Stereoinduktionsmoden in organokatalytischen Enamin-, Dienaminund Iminiumreaktionen beispielhaft aufzuklären. In der Enaminkatalyse konnten erstmals die Bildungswege des zentralen Enaminintermediates im Detail aufgeklärt werden, was durch kinetische Analysen der einzelnen Intermediattransformationen ermöglicht wurde. Zusätzlich wurde erstmals in chemischen Mechanismusstudien an Iminiumintermediaten gezeigt, dass mittels CEST (chemical exchange saturation transfer) auch Intermediate unterhalb des NMR- Detektionslimits indirekt qualitiativ und quantitativ beobachtbar sind, was eine neue Dimension in der Reaktionsforschung eröffnete. Die erste organokatalytische Eninbildung aus Enaminen und Nitronaten wurde gefunden. Das E/Z-Dilemma in Dienaminen konnte adressiert werden und erstmals experimentell eine schnellere Reaktion der Z-Intermediate gezeigt werden. Dieses Beispiel zeigte die generelle Bedeutung der E/Z-Isomere und deren Bildungs- und Reaktionswege für die Stereoinduktion in Organokatalysen und eröffnete zusammen mit der Möglichkeit durch Photoisomerisierung deren Verhältnisse zu verändern, neue Methoden Reaktionsmechanismen zu analysieren oder sogar Stereoinduktionen zu verändern. Dies wurde im zweiten Teil des Projektes als Hauptziel verfolgt. So konnten organokatalytische Zyklisierungsreaktionen durch Photoisomerisierung beschleunigt werden. In der Iminiumkatalyse konnten bisher nicht detektierbare und identifizierbare Intermediate durch Photoisomerisierung verstärkt, detektiert und zugeordnet werden. Die Hauptherausforderungen für die erfolgreiche Anwendung von Photoisomerisierung in Katalysen und für die Reaktionsmechanismuserforschung sind schnelle thermische Rückisomerisierungen sowie ineffiziente und/oder unselektive Photoisomerisierungen, die bei Reaktionsintermediaten nochmals herausfordernder sind. Daher wurden kinetische NMR Zugänge, und die Vorzüge von 19 F Spektren an stabileren Azophotoschaltern entwickelt und die Temperatureinflüsse auf deren intrinsische Kinetiken untersucht. Bei den ausführlichen Untersuchungen zur Anwendung von Photoisomerisierungen in der Iminiumkatalyse wurden dezidierte Ionenpaar-Aggregateffekte auf die Rückisomerisierung gefunden. Dies führte auch zum Verständnis von Ionenaggregateffekten in C(sp3)–H Fluorinierungsreaktionen. Durch Reaktionsmechanismusanalyse konnten die Effizienzen so gesteigert werden, dass dies sogar zu einer internationalen Patentanmeldung geführt hat. Insgesamt wurden in diesem Projekt einzigartige Einblicke in die Intermediatestrukturen und Reaktionswege in der Enamin, Dienamin und Iminium-Katalyse gewonnen sowie neuartige NMR-Techniken entwickelt, Reaktionsintermediate unterhalb des NMR-Detektionslimits sichtbar zu machen und deren Kinetik und Thermodynamik experimentell zu messen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung