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GRK 2070:  Verstehen von Sozialbeziehungen

Fachliche Zuordnung Psychologie
Sprachwissenschaften
Zoologie
Förderung Förderung von 2015 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 254142454
 
Menschliche Gesellschaften zeichnen sich durch hoch differenzierte Sozialbeziehungen, ausgeprägte Kooperation, symbolische Kommunikation und institutionalisierte Regulierung aus; in ihrer Komplexität gelten menschliche Gesellschaften als einzigartig. Die ausgeprägte Sozialität lässt sich jedoch auch bei unseren nächsten lebenden Verwandten, den nichtmenschlichen Primaten, finden, von denen die meisten Arten ebenfalls in Gruppen mit ausdifferenzierten Beziehungen leben. Es scheint daher ein ursprüngliches und adaptives Merkmal innerhalb der Ordnung der Primaten zu sein, Sozialbeziehungen zu pflegen und das Sozialverhalten auf individueller wie auch auf Gruppenebene zu regulieren. In diesem interdisziplinären Graduiertenkolleg bringen wir Entwicklungs-, Kognitions-, Persönlichkeits- und Sozialpsychologie mit Verhaltensbiologie und Linguistik zusammen. Unser übergeordnetes Ziel besteht darin, Zusammenhänge zwischen Physiologie, Emotionen und Kognition bei der Etablierung, Entwicklung und Funktion sozialer Beziehungen zu identifizieren. Unsere Arbeitshypothese ist, dass Menschen und nichtmenschliche Primaten über gemeinsame physiologische und emotionale Mechanismen verfügen, sie sich jedoch in den Fähigkeiten, soziale Informationen zu verarbeiten und entsprechende Entscheidungen zu treffen, deutlich unterscheiden. Unsere thematischen Säulen sind die Verarbeitung sozialer Signale als Kernelemente der Regulation von sozialen Interaktionen, die Fähigkeit, Sozialbeziehungen als solche nachzuverfolgen und zu evaluieren (‚soziales Monitoring‘), sowie soziale Koordination und Differenzierung, d.h. die Regulierung von Interaktionen, wobei wir ein besonderes Augenmerk auf die Entwicklung sozialer Differenzierung sowie auf das Resultat sozialer Interaktionen in Dyaden und Gruppen legen. Wir verfügen über eine einzigartige Kombination von komplementären Forschungsansätzen: unsere Infrastruktur umfasst Feldstationen für Freilandstudien an nichtmenschlichen Primaten, die Möglichkeit, am Deutschen Primatenzentrum (DPZ) nichtmenschliche Primaten in Kognitionstests zu untersuchen, sowie Labore, um Kinder und Erwachsene zu testen. Damit sind wir in der Lage, substantielle Fortschritte im Verständnis von Sozialbeziehungen zu erzielen und wichtige Brücken zwischen den Disziplinen zu schlagen. Unser Ausbildungskonzept umfasst interdisziplinäre Betreuung, Methodenkurse, Theorie-Tage, sowie gemeinsam mit den Promovierenden organisierte Workshops, die dem Rahmen des strukturierten Promotionsstudiengangs „Behavior and Cognition“ an der Universität Göttingen folgen.
DFG-Verfahren Graduiertenkollegs
Antragstellende Institution Georg-August-Universität Göttingen
 
 

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