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SFB 1187:  Medien der Kooperation

Fachliche Zuordnung Sozial- und Verhaltenswissenschaften
Geisteswissenschaften
Informatik, System- und Elektrotechnik
Förderung Förderung seit 2016
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 262513311
 
Der SFB 1187 „Medien der Kooperation“ untersucht die Entstehung, Gestaltung und Nutzung digitaler, datenintensiver Medien und versteht diese als kooperativ erarbeitete Kooperationsbedingungen. Ziel ist eine digitale Grundlagenforschung, die Praktiken, die durch Medien entstehen, genauso wie Medien, die durch Praktiken entstehen, in den Mittelpunkt rückt und symmetrisch betrachtet. Damit wirkt der SFB seit 2016 an einer praxeologischen Neuausrichtung der digitalen Medienforschung mit, die zwischen Geschichte und Gegenwart vermittelt und zukünftige digitale Medien gestaltet. In der ersten Förderphase trug dieser Forschungsansatz zum Perspektivwechsel von ‚Einzel-medien‘ hin zur Analyse verteilter Medien bei und beforschte Kooperation mit und ohne Konsens. In der zweiten Phase lag der Fokus auf datenbasierter Kooperation und der Erarbeitung einer digitalen Praxeologie. In der beantragten dritten Förderphase untersucht der SFB mediale Kooperation im Kontext von Sensormedien, die sich durch ubiquitäre Verdatung und semi-autonome Datenverarbeitung (durch künstliche Intelligenz) auszeichnen. Sensormedien erheben im Smart Home Daten über Alltagspraktiken, vermessen als Wearables Körper oder verrechnen Umgebungen beim autonomen Fahren. In KI-basierten Sensormedien sinken Entscheidungen zunehmend in die computerisierte Infrastruktur ab. Sie werden im öffentlichen Diskurs daher als Bedrohung der digitalen Souveränität und der menschlichen Agency gerahmt. Dem setzt der SFB seinen Fokus auf Wechselseitigkeit entgegen: Sensormedien und KI verschränken Körper und Daten, Medien und Umgebungen, menschliche und nicht-menschliche Akteur*innen wechselseitig, aber nicht symmetrisch miteinander. Vor diesem Hintergrund entwickelt der SFB seinen Medien- und Kooperationsbegriff weiter und fragt, wie Sensormedien unsere Lebens- und Arbeitswelten verändern und zunehmend kontrovers werden. Seit der ersten Förderphase trägt der SFB zur Weiterentwicklung und Reflexion der Methoden interdisziplinärer Medienforschung bei. Leitend ist dabei das Konzept der Inventive Methods, das die kreative Zusammenführung und erfinderische Anpassung von Methoden an die Untersuchungsgegenstände erfordert und ethnographische, historiographische, digitale, gestaltende und sensorische Methoden kombiniert. Dabei soll im Rahmen eines neu entwickelten Ansatzes der Öffentlichkeitsarbeit gemeinsam mit relevanten Public Interest Groups geforscht und gestaltet werden. Das Forschungsprogramm wird in interdisziplinärer Zusammenarbeit von Medienwissenschaft, Soziologie, (Sozio )Informatik, Ethnologie, Ubiquitous Computing, Linguistik, Erziehungswissenschaft, Science and Technology Studies, Rechtswissenschaft und Workplace Studies realisiert. Auf diese Weise ist der SFB als bewegliches Forschungsprogramm in der Lage, die Rolle ubiquitärer Verdatung und autonomer Verrechnung im Kontext von Sensormedien in ihren sozialen und technischen Dimensionen zu verorten, zu reflektieren und zu gestalten.
DFG-Verfahren Sonderforschungsbereiche
Internationaler Bezug Luxemburg, Schweiz

Laufende Projekte

Abgeschlossene Projekte

Antragstellende Institution Universität Siegen
Sprecherinnen / Sprecher Professorin Dr. Carolin Gerlitz, seit 10/2022; Professor Dr. Erhard Schüttpelz, bis 9/2018; Professor Dr. Tristan Thielmann, von 12/2019 bis 10/2022
 
 

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