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Taudichten fluider Gemische - Neue Methoden zur Messung und Modellierung

Fachliche Zuordnung Technische Thermodynamik
Förderung Förderung von 2015 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 269357610
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Zur genauen Messung der Taudichten von fluiden Gemischen wurden im Rahmen der Emmy Noether-Gruppe neue Messmethoden entwickelt, die es erlauben Messdaten verfälschende Sorptionseffekte in der Nähe der Taulinie zu quantifizieren, um diese schließlich korrigieren zu können. Dabei stand die am National Institute of Standards and Technology aufgebaute Zwei- Senkkörper Dichtemessanlage zur Verfügung, die so modifiziert wurde, dass in der Messzelle unabhängige Wägungen eines Dichte- und eines Sorptions-Senkkörpers durchgeführt werden konnten. Zudem wurde eine kommerzielle Magnetschwebewaage für Messungen an Adsorbentien mit großen spezifischen Oberflächen hin zu einer sogenannten Tandem-Senkörper-Dichtemessanlage optimiert, um genaue Dichtemessungen in Kombination mit Sorptionsmessungen an quasi nicht porösen metallischen Oberflächen (also solche von Senkkörpern) durchführen zu können. Beide Messmethoden sind jedoch im Hinblick auf eine geringe Messunsicherheit limitiert, weshalb eine Präzisions-Dichtemessanlage nach dem neu entwickelten Vier-Senkkörper-Prinzip aufgebaut wurde. Bei dieser neuen Methode werden zwei Dichte-Senkköper genutzt, um das etablierte Zwei-Senkkörper-Verfahren als Differenzenverfahren für hochgenaue Dichtemessungen anwenden zu können; zwei weitere Sorptions-Senkkörper werden verwendet, um die störenden Sorptionseffekte erstmals mit sehr geringer Messunsicherheit bestimmen zu können. In Summe wurden verschiedene Messreihen mit CO2, C2H6 und C3H8 sowie an den binären Systemen (Ar + CO2), (C2H6 + CO2), (C3H8 + CO2), (H2 + CO2) und (CH4 + C3H8) durchgeführt. Die Messdaten wurden verwendet, um ein empirisches Korrekturmodell zu entwickeln, dass es erstmalig ermöglicht, von Sorptionseffekten verfälschte Messungen nahe der Taulinie zu korrigieren. Bei der Analyse der experimentellen Daten ergab sich der Bedarf, ein besseres Verständnis für die auftretenden Oberflächenphänomene auf atomistischer Ebene zu entwickeln, weshalb Molekulardynamik-Simulationen im NVT-Ensemble durchgeführt wurden. Die Simulation von Adsorptionsisothermen bis hin zum Taupunkt auf quasi nicht porösen metallischen Oberflächen unter Einbeziehung der realen Oberflächenstruktur ist zunächst aufwändig und nicht trivial. Dennoch haben die Simulationen gezeigt, dass diese das Potential bieten das in diesem Projekt entwickelte empirische Korrekturmodell zukünftig zu verbessern, sodass letztlich eine genaue Bestimmung von Taudichten fluider Gemische möglich wird.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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