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Charakterisierung und Modellierung des nichtlinearen Materialverhaltens von beschichteten Geweben für Membranstrukturen im Bauwesen II

Fachliche Zuordnung Konstruktiver Ingenieurbau, Bauinformatik und Baubetrieb
Angewandte Mechanik, Statik und Dynamik
Förderung Förderung von 2015 bis 2026
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 278626677
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das zentrale Ziel dieses Forschungsvorhabens war es, die Genauigkeit der Finite Elemente (FE) Simulation von Textilmembranen signifikant zu steigern, um damit Schadenfreiheit, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit von Membranbauwerken zu verbessern. Zentrales Augenmerk galt der Praktikabilität der entwickelten Simulationsmethoden in der Ingenieurspraxis, sowie der ökonomischen Durchführbarkeit der hierfür erforderlichen experimentellen Analysen. Die Analyse und Modellierung des eingespielten, elastischen Verhaltens sowie Lastgeschichtsabhängigkeiten der Spannungs-Dehnungspfade standen dabei im Vordergrund. Es zeigte sich, dass deutlich mehr Lastzyklen erforderlich sind, um den eingespielten Zustand in guter Näherung zu erreichen, als in der Praxis üblicherweise untersucht werden. Nicht gänzlich vernachlässigbare Lastgeschichtsabhängigkeiten und der damit verbundene Einfluss auf das Strukturverhalten wurden ebenfalls gezeigt. Zur Optimierung der Materialmodellierung wurden für das eingeschwungene elastische Verhalten ein polykonvexes hyperelastisches Materialmodell sowie eine adaptive, spannungsverhältnisabhängige Methode entwickelt, die große Verbesserungen des in der Praxis weit verbreiteten rein linear elastischen Materialmodells gezeigt haben. Darüber hinaus wurde ein anisotropes visko-elastoplastisches Stoffgesetz entwickelt, welches die Spannungs-Dehnungshysteresen beschreiben kann. Parallel zur Entwicklung der Materialmodelle waren Methoden für deren Parameterbestimmung einschl. eines neuartigen kleinskaligen Versuchsstands sowie die grundsätzliche Quantifizierung der Eigenschaften wichtige Inhalte des Projekts. Dabei hat sich gezeigt, dass die Berücksichtigung der Spannungsverhältnisabhängigkeit und der Gebrauchsspannungshöhe einen deutlichen positiven Einfluss auf den Fit der Steifigkeitsparameter in allen Materialmodellen hat. Die Steifigkeit ist außerdem mit der Zugfestigkeit korreliert. Steifigkeitskennwerte egal welchen Materialmodells lassen sich anhand der Zugfestigkeit klassifizieren. Zur Berücksichtigung des elastischen Zustands ohne experimentelle Untersuchung tausender Lastzyklen wurde eine Extrapolationsmethode entwickelt, die es ermöglicht die Steifigkeitsparameter der verschiedenen Materialmodelle in guter Näherung aus Biaxversuchen mit nur 20 Lastzyklen abzuschätzen. Um die entwickelten Modellierungsansätze bzw. Methoden zur Parameterbestimmung zu validieren, wurde ein neuartiger großskaliger Membranbauteilversuchsstand entwickelt und gebaut. Er ermöglicht die Messung vorgespannter ebener oder räumlich gekrümmter Membranstrukturen unter wechselnden Flächenlasten und bietet damit Referenzdaten für vergleichende FE Simulationen.

Link zum Abschlussbericht

https://doi.org/10.17185/duepublico/83772

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