Detailseite
Projekt Druckansicht

Therapieoptimierung für Kinder mit de novo und rezidivierter Langerhans-Zell Histiozytose (LCH) als Teil der internationalen LCH IV Studie

Fachliche Zuordnung Kinder- und Jugendmedizin
Hämatologie, Onkologie
Förderung Förderung von 2016 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 280500934
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die multizentrische, randomisierte, kontrollierte Phase III Studie LCH-IV-G-2016 schloss Kinder zwischen 0 und 18 Jahren mit de novo Langerhanszell Histiozytose (LCH) (Stratum I) oder mit nach Stratum I rezidivierter LCH (Stratum II) ein. Im Stratum I untersuchte die Studie, ob eine Verlängerung (+/- Intensivierung mit 6-Mercaptopurin (MP) oder die Intensivierung mit 6-MP ohne die Verlängerung der Dauertherapie die Rezidivrate/den Prozentsatz chronischer Probleme bei Patienten mit de novo LCH verringerte (Gruppe 1: Multisystem LCH, Gruppe 2: Single System LCH). Im Stratum II wurde geprüft, ob eine neue Medikation in der Dauertherapie (Indomethacin) weitere Reaktivierungen oder den Prozentsatz chronischer Probleme im Vergleich zur Standardtherapie 6-MP + Methotrexat (MTX) verringert. Da die LCH eine seltene Erkrankung ist, war es klar, dass die Zahl deutscher Patienten nicht für eine ausreichend „gepowerte“ Analyse ausreicht. Deswegen wurde die Studie LCH-IV-G-2016 in enger Anlehnung an die internationale Studie LCH-IV durchgeführt. Für alle statistischen Analysen sollten beide Kohorten gemeinsam ausgewertet werden. LCH-IV-G-2016 wurde am 5.1. 2018 geöffnet und sollte 250 Patienten über 72 Monate rekrutieren. Jeweils 5 Patienten wurden 2018 und 2019 eingeschlossen, 11 Patienten 2020, 14 2021, und 1 2022. Die Studie wurde aufgrund unzureichender Rekrutierung vorzeitig durch die DFG geschlossen, und der letzte Patient am 15.5.2022 rekrutiert. Insgesamt wurden 36 Patienten (13 Mädchen, 23 Jungen) aus 14 Zentren eingeschlossen. Medianes Alter (Spannbreite) war 4 Jahre 9 Monate (1 Monat bis 16 Jahre 5 Monate). 8 und 27 Patienten wurden in Stratum I, Gruppe 1 bzw. 2, 1 Patient in Stratum II eingeschlossen. Bis auf 3 Kinder beendeten alle Patienten (91.7%) ihre Dauertherapie, für die sie randomisiert waren. Die Gründe für den vorzeitigen Abbruch waren Progress der LCH, unerwünschte Medikamentenwirkung (jedoch kein SAE) und Wunsch der Eltern (jeweils ein Patient). Von den 34 Patienten, die in die Effektivitätsanalyse eingeschlossen wurden, erlitten 7 Patienten (medianes Alter 6 Jahre 3 Monate) ein Rezidiv während der Erhaltungstherapie (n=1) oder der zweijährigen Nachbeobachtungszeit (n=6) (20.6%). Einer der Patienten war in Stratum I, Gruppe 1, die anderen 6 in Stratum I, Gruppe 2, stratifiziert. Es kam zu keinem Todesfall und keinem SAE Grad 3/4. Eine hämatologische Toxizität Grad 3/4 ohne klinischen Konsequenz wurde bei 2 Patienten beobachtet. Das internationale DSMB hatte keinerlei Sicherheitsbedenken. Die 36 eingeschlossenen Patienten (die in einen der 3 Strata, bestehend aus bis zu 4 Armen) reichen für eine solide Analyse hinsichtlich Effektivität und Sicherheit nicht aus. Dennoch werden die deutschen Patienten in die Analysen der internationalen Studie integriert werden und beitragen, evidenzbasierte Aussagen zu machen, ob eine Verlängerung bzw. Intensivierung der Dauertherapie bei Kindern mit LCH einen Vorteil bietet.

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung