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Menschliche Manipulationshandlungen: Neurophysiologische Validierung ihrer formalen Charakterisierung

Fachliche Zuordnung Kognitive und systemische Humanneurowissenschaften
Kognitive, systemische und Verhaltensneurobiologie
Förderung Förderung von 2016 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 310431995
 
Erstellungsjahr 2023

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Dieses Projekt bestand aus zwei Teilen: einem theoriebasierten Teil, in dem wir versuchten, einen besseren Einblick in die Art und Weise zu bekommen, wie Menschen Manipulationshandlungen anderer verstehen, und einem experimentellen Teil, in dem wir Hypothesen, die sich aus den theoretischen Untersuchungen ergaben, mit Hilfe von Verhaltens- und fMRI-Experimenten testen wollten. Die theoretischen Untersuchungen führten direkt zu einem Verhaltensexperiment, in dem wir bestimmte Vorhersagen in der virtuellen Realität testeten. Weiterhin wurden diese theoretischen Vorhersagen in zwei fMRI-Experimenten untersucht, die zusätzlich durch eine behaviorale Test-Retest-Studie unterstützt wurden. Die wichtigsten Ergebnisse sind: Wir haben eine theoretische Analyse menschlicher Manipulationshandlungen durchgeführt, die sich auf die Veränderung der räumlich-zeitlichen Beziehungen zwischen Objekten (einschließlich der Hände) in einer Szene konzentriert. Der zugrunde liegende Algorithmus basiert auf Computer Vision und ist objektiv in dem Sinne, dass er ohne menschliches Zutun funktioniert. Handlungen werden in dem Moment erkannt, in dem bestimmte Ereignisse eintreten, und wir konnten experimentell zeigen, dass Menschen in den meisten Fällen dieselben Ereignisse zur Erkennung einer Handlung verwenden. Dieses Ergebnis wurde durch eine Test- Retest-Studie vertieft, die zeigte, dass die Segmentierung menschlicher Handlungen mit den auf dem Computersehen basierenden Berührungs- und Nicht-Berührungsereignissen übereinstimmt. Bei der Modellierung der fMRI-Aktivität während der Beobachtung derselben Handlungen stellten wir fest, dass die Segmentierung mit einen starken Anstieg der visuellen Aktivität während der Berührungsereignisse begann, gefolgt von einer Aktivierung der frontalen, hippocampalen und Insula-Regionen, die eine Aktualisierung der Erwartung während der nachfolgenden Nicht-Berührungsereignisse signalisieren. Indem wir reale Objekte durch Teigkugeln ersetzten, untersuchten wir in der zweiten fMRT-Studie zusätzlich die Rolle von Objekten bei der Handlungssegmentierung. Hier zeigten die fMRT-Ergebnisse, dass Segmentierungsurteile noch strikter an die Kriterien des Algorithmus gebunden wurden und bewegungsbezogene Hirnregionen eine stärkere Rolle spielen als in der Situation, in der reale Objekte vorhanden sind. Schließlich zeigten wir mit Hilfe von repräsentativen Ähnlichkeits- und multidimensionalen Skalierungsansätzen, dass die algorithmisch bestimmte Struktur Vorhersagen über die Handlungsklassifizierung machen kann, wie sie in Verhaltens- und Gehirndaten zum Ausdruck kommt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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