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Pathobiochemische Relevanz der humanen Xylosyltransferase-I in der Knochenhomöostase

Antragstellerin Dr. Isabel Faust-Hinse
Fachliche Zuordnung Toxikologie, Laboratoriumsmedizin
Zellbiologie
Förderung Förderung von 2016 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 316628156
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die humane Xylosltransferase-I (XT-I) katalysiert den initialen und geschwindigkeitsbestimmenden Schritt der Proteoglykan (PG)-Biosynthese und ist demnach maßgeblich an dem Aufbau einer funktionellen extrazellulären Matrix (ECM) beteiligt. Die enzymatische XT-I Aktivität verhält sich proportional zu der PG-Glykosylierung und kann als nicht-invasiver Biomarker für fibrotische Geweberemodellierungsprozesse herangezogen werden. Humanpathogene XYLT1-Mutationen bedingen eine XYLT1-Defizienz und sind kausativ für die Skelettdysplasie Desbuquois Dysplasie Typ 2 (DBQD2). Um zu eruieren, ob sich die XT-I zukünftig als therapeutisches Target eignen könnte, ist ein besseres Verständnis der molekularen und zellulären Mechanismen der XT-I-Regulation unabdingbar. In der ersten Förderperiode wurden die mechanistischen Aspekte der XT-I-Regulation sowie deren Beteiligung am fibroproliferativen Geschehen am Beispiel der dermalen Fibrose und Sklerodermie (SSc) näher charakterisiert. Activin A, die miRNA-29b und die miRNA-145 wurden als XT-I-Induktoren identifiziert, sowie Celastrol und Amphotericin B als Inhibitoren der XT-I beschrieben. Weiterführend wurden erstmals XYLT1-defiziente normale, humane Dermalfibroblasten (NHDF) mittels der CRISPR/Cas9-Technologie generiert. Die XYLT1-defizienten NHDF waren durch eine aberrante ECM-Komposition und -Integrität charakterisiert, zeigten jedoch auch atypische zelluläre Eigenschaften bezüglich einer gesteigerten Seneszenz und Myofibroblasten-Differenzierung. Die erzielten Ergebnisse stellen somit nicht nur neue Schlüsselerkenntnisse hinsichtlich der bei der XT-I-Regulation involvierten Signalpfade dar, sondern belegen zusätzlich die hohe pathophysiologische Relevanz einer XYLT1-Defizienz. In der zweiten Förderperiode wurde daher die funktionelle Charakterisierung der XT-I im Knochenstoffwechsel adressiert. Über die CRISPR/Cas9-basierte Generierung und Differenzierung XYLT1-defizienter humaner, mesenchymaler Stammzellen (hMSC) wurden erstmalig die Knochen und Gelenke betreffenden klinischen Manifestationen der DBQD2 auf zellulärer Ebene analysiert. Kennzeichnend für die XYLT1-Defizienz waren eine aberrante chondrozytäre Knorpelmatrix, eine vorzeitige Chondrozytenreifung, eine verminderte osteogene Matrix-Mineralisierung sowie eine verminderte Resorptionsaktivität der Osteoklasten bei vorzeitiger Induktion der Osteoklastogenese. Wenngleich im Hinblick auf die generierten XYLT1-defizienten hMSC keine Merkmale zellulärer Seneszenz nachgewiesen wurden, wurde, im Hinblick auf die putative Assoziation von zellulärer Seneszenz und XT-I-Regulation, die Funktion der XT-I als anti-fibrotischer Mediator in der akuten Seneszenz dermaler Wundheilung definiert. Langfristig werden die erzielten Ergebnisse unseres Vorhabens zu der Entwicklung therapeutischer Interventionsmöglichkeiten für XT-I-assoziierte Erkrankungen beitragen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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