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RET als neue Rezeptor-Tyrosin-Kinase der Mastzelle: Autokrine und parakrine Aktivierung von RET und seine Wirkungsweise in Mastzellen im Kontext menschlicher Haut

Antragstellerin Dr. Magda Babina
Fachliche Zuordnung Dermatologie
Immunologie
Förderung Förderung von 2016 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 323618061
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Mastzellen (MCs) reifen in peripheren Geweben wie der Haut, wo sie physiologische Prozesse steuern, bei Fehlregulation aber wesentlich zu allergischen Erkrankungen beitragen. Die Mechanismen der Differenzierung und des Überlebens humaner MC sind unvollständig verstanden. Dieses Projekt untersuchte Rezeptornetzwerke dermaler MCs mit besonderem Augenmerk auf den Rezeptortyrosinkinasen (RTKs) KIT und RET. Während KIT als zentral für die MC-Entwicklung galt, wurde im Verlauf des Projekts eine entscheidende Rolle von RET demonstriert. Mit einem Fokus auf KIT wurde zunächst gezeigt, dass sein Ligand SCF das MC-Phosphoproteom massiv verändert, wobei über 50% der Phosphostellen (≈5.400) eine Regulation erfuhren. Das aktivste Modul war Raf/MEK/ERK, gefolgt von PI3K. ERK und PI3K zeigten funktionelle Redundanz beim Überlebensschutz, während ERK eine einzigartige Rolle bei der Zytokinproduktion spielte. Basierend auf phosphoproteomischen und anderen Daten ließen sich zwei neue Regulatoren der RTK-Aktivität identifizieren: Capicua (CIC), ein Transkriptionsrepressor, und RHEX (c1orf186), eine wenig charakterisierte Signalkomponente, die fast ausschließlich in MCs exprimiert wird. Beide hemmten die SCF-vermittelte Signalübertragung, wenngleich über unterschiedliche Mechanismen. Ihre weitere Erforschung sollte ein wichtiges künftiges Ziel sein. Neben RTKs und ihren Liganden wurden auch Alarmine – Schlüsselmarker der entzündeten Haut – als MC-unterstützende Faktoren untersucht. Hier verbesserte TSLP das Überleben über STAT5- und JNK-Signalwege, während akutes IL-33 Proliferation und Degranulation unterstützte und Zytokinproduktion ermöglichte. Chronische IL-33-Exposition hingegen verschob MCs in eine stärker anti-inflammatorische Richtung, was die duale Natur des Alarmins unterstreicht. Besonders relevant war die Rolle des Transkriptionsfaktors CREB für Haut-MCs. Er agierte in einer „Feedforward“-Schleife mit KIT und spielte im Zusammenhang mit RET eine noch gewichtigere Rolle. RET unterstützte MCs autokrin über eigenes GDNF. Seine Hemmung führte zu massivem MC- Verlust. Mechanistisch betrachtet operierte RET über eine p38-CREB-Achse, wobei beide Elemente für native MCs unverzichtbar waren. Überraschenderweise war RET für die KIT-Expression erforderlich, was auf einen dualen Wirkungsmechanismus hinweist, einerseits über die intrinsische Kinaseaktivität von RET, andererseits durch Unterstützung von KIT. Die RET-Expression war bei ex vivo MCs am höchsten und sank in Kultur zeitgleich mit einer zunehmenden Dominanz von KIT. Insgesamt lieferte das Projekt einen umfassenden Einblick in MC-Regulierungsnetzwerke und etablierte RET als MC-erhaltende RTK, CREB als Master-Regulator und CIC/RHEX als neue Modulatoren der MC-Signaltransduktion. Diese Erkenntnisse vertiefen das Verständnis der Haut-MC-Biologie und könnten helfen, therapeutische Ansätze für MC-bedingte Erkrankungen zu identifizieren.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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