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SFB 1310:  Vorhersagbarkeit in der Evolution

Fachliche Zuordnung Biologie
Medizin
Förderung Förderung seit 2018
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 325931972
 
Die Evolutionsbiologie hat sich traditionell damit beschäftigt, vergangene Prozesse und stammesgeschichtliche Beziehungen über lange Zeiträume zu rekonstruieren. Aber können wir Wege und Ergebnisse zukünftiger Evolutionsprozesse zumindest über kurze Zeiten vorhersagen? Das ist die zentrale Frage des SFB 1310. Wir untersuchen sie in schnell evolvierenden Systemen: Bakterienpopulationen einschließlich klinischer Pathogene, Viren und Immunrepertoires sowie Krebszellpopulationen. Prädiktive Analyse in diesen Systemen beinhaltet die Entwicklung von Arzneimittelresistenzen, virale Fluchtmutationen, die Evolution von Antikörpern im Immunsystem und die Evolution von Krebszellen im Organismus. Um Evolution vorherzusagen, analysieren wir experimentell und theoretisch massiv parallele, zeitaufgelöste Evolutionsprozesse. Wir verfolgen genetische und phänotypische Prozesse sowie Umweltveränderungen, um aus Evolutionsgeschichte berechenbare Prognosen zu machen. Diese Vorhersagen dienen dazu, Interventionen zu entwerfen, die die Fluchtevolution von Pathogenen eindämmen. Wichtige biomedizinische Anwendungen sind Arzneistoffprotokolle für Antibiotikatherapien, Impfstoffe gegen Influenza und SARS CoV 2 sowie zielgerichtete und Immuntherapien gegen Krebs. Die Quantifizierung von Möglichkeiten und Grenzen der Vorhersage und Intervention wirft neues Licht auf klassische Fragen nach Zufall und Notwendigkeit in der Evolution. Unser Forschungsprogramm baut auf Hochdurchsatzanalysen von Genomsequenzen, molekularen Interaktionen, Zellstoffwechsel und Zellwachstum auf. Wir entwickeln eine durchgängige Technologie zur Erfassung und Analyse schneller Evolution. Der SFB vereint ein interdisziplinäres Kompetenzspektrum aus Molekularbiologie, Biophysik, Medizin und theoretischer Modellierung. Wir haben das gemeinsame Ziel, die Vorhersagbarkeit der Evolution zu erhöhen.
DFG-Verfahren Sonderforschungsbereiche
Internationaler Bezug Niederlande, USA

Laufende Projekte

Abgeschlossene Projekte

Antragstellende Institution Universität zu Köln
 
 

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