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Evaluierung von Begrünungsstrategien als systematische Lösungen für gesellschaftliche Herausforderungen der Urbanisierung. Konzipierung eines Bewertungskonzeptes und Erprobung am Beispiel essbarer Städte in Deutschland.

Antragstellerin Dr. Martina Artmann
Fachliche Zuordnung Städtebau/Stadtentwicklung, Raumplanung, Verkehrs- und Infrastrukturplanung, Landschaftsplanung
Förderung Förderung von 2017 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 326015139
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Zuge aktueller Herausforderungen wie Klimawandel oder soziale Segregation gewinnt das Konzept der essbaren Stadt in der Stadtplanung und Wissenschaft immer mehr an Bedeutung. Die Grundidee essbarer Städte ist, öffentliche Flächen zur Bereitstellung von kostenlosen Lebensmitteln für die Stadtbevölkerung zu nutzen. Zur Erhebung des Beitrages essbarer Städte zu Herausforderungen der Urbanisierung mangelt es jedoch an integrativen Bewertungskonzepten. In diesem Projekt wurde daher ein Bewertungskonzept zur Evaluierung der Implementierungs- und Auswirkungspotentiale essbarer Städte entwickelt. Das Konzept wurde in drei deutschen Fallstudien (Andernach, Haar, München) getestet. Experten*inneninterviews und standardisierte Bevölkerungsbefragungen zeigten, dass essbare Städte einen Beitrag zur sozio-räumlichen und sozio-ökologischen Nachhaltigkeitstransformation leisten können, indem diese die Attraktivität der Städte und nachhaltige Mensch-Lebensmittel-Beziehungen fördern. Um essbare Städte erfolgreich umzusetzen, ist ein Mix aus Top-down- und Bottom-up-Ansätzen sinnvoll. Vorreiter-Städte wie Andernach sind wichtige Vorbilder, um andere Kommunen zur Umsetzung des Konzeptes zu inspirieren. Die Ergebnisse zeigten weiter, dass essbare Städte ein Mosaik aus unterschiedlichen Formen urbaner Landwirtschaft umfassen. Das Wissen über die Vor- und Nachteile dieser ist jedoch fragmentiert. In dem zweiten Teil des Vorhabens wurde daher die Nachhaltigkeit unterschiedlicher Formen urbaner Lebensmitteproduktion am Beispiel vertikaler und solidarischer Landwirtschaft auf Basis eines Analytischen Hierarchie Prozesses (AHP) bewertet. Im Rahmen einer standardisierten Onlinebefragung selektieren wissenschaftliche Expert*innen aus Europa relevante (Sub)Kriterien für nachhaltige urbane Landwirtschaft, deren Bedeutung in einer zweiten Onlinebefragung von deutschen Nichtregierungsorganisationen, Praktiker*innen und Stadtverwaltungen gewichtet wurden. Die Ergebnisse zeigten, dass die Expert*innen der ökologischen Dimension und den Subkriterien der Mikroklima-/Wasserhaushaltregulation, Artenvielfalt und Kreislaufwirtschaft die höchsten Gewichtungen zuschrieben, gefolgt von der sozialen (Bildung, Bürger*innenbeteiligung, sozialer Zusammenhalt) und ökonomischen Dimension (Lebensmittelqualität/-sicherheit, Erschwinglichkeit von Lebensmitteln, lokale Wertschöpfungsketten). Die exemplarische Bewertung auf Basis der AHP und einer Literaturanalyse zeigte, dass solidarische Landwirtschaft im Vergleich zur vertikalen Landwirtschaft in allen drei Dimensionen als die nachhaltigere Form der urbanen Landwirtschaft eingestuft werden kann. Durch die Ausrichtung solidarischer Landwirtschaft auf soziale Gerechtigkeit und Solidarität trägt diese vor allem zur sozialen Nachhaltigkeit bei. Zukünftige Forschung sollte hybride Formen der solidarischen vertikalen Landwirtschaft eruieren, welche Ziele der sozialen Gerechtigkeit, Lebensmittequalität und ökologischen Selbstversorgung vereint.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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