B2: Eigenschaften und ihre Individuierung

Antragstellerin Professorin Dr. Vera Hoffmann-Kolss
Fachliche Zuordnung Theoretische Philosophie
Förderung Förderung von 2017 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 288923097
 

Projektbeschreibung

Ziel von B2 ist es, eine metaphysische Theorie von Eigenschaften zu entwickeln, die in adäquater Weise erklären kann, wie Eigenschaften im Kontext der empirischen Wissenschaften verstanden und individuiert werden. Gibt es eine ausgezeichnete Klasse fundamentaler bzw. genuiner Eigenschaften, auf denen alle anderen Eigenschaften supervenieren? Unter welchen Bedingungen ist es legitim, Eigenschaften P und Q als miteinander identisch anzusehen? Theorien von Eigenschaften haben weitreichende metaphysische Implikationen, insbesondere für das Verständnis modaler Begriffe, wie den Begriff des Naturgesetzes und den Begriff der kausalen Relation, sowie für die Frage, ob es in der Natur notwendige Verknüpfungen geben kann. Eine grundlegende Annahme von B2 ist, dass sowohl die Frage, welche Eigenschaften fundamental sind, als auch die Frage, wie Eigenschaften individuiert werden können, aus einer wissenschaftsorientierten Perspektive heraus betrachtet werden sollten. In den empirischen Wissenschaften wird oftmals davon ausgegangen, dass manche Eigenschaften fundamentaler sind als andere. Außerdem scheint weitgehende Einigkeit darüber zu herrschen, dass Identitätsbeziehungen zwischen Eigenschaften zumindest in einigen Fällen empirisch entdeckt werden können - etwa die Identität von Wasser und H2O oder die Identitätsbeziehung zwischen Wärme und molekularer Bewegung. Diese Beobachtung wiederum scheint ein kausales Kriterium von Eigenschaftsindividuierung zu implizieren.B2 zielt darauf ab, einen solchen Ansatz gegen Einwände aus der gegenwärtigen metaphysischen Debatte um den Eigenschaftsbegriff zu verteidigen. Dabei soll untersucht werden, ob nur bestimmte Eigenschaftstypen, wie etwa basale physikalische Eigenschaften oder determinate Eigenschaften, fundamental bzw. genuin sein können, welche Theorie der Kausalität verwendet werden sollte, um ein kausales Kriterium von Eigenschaftsindividuierung zu formulieren, und ob ein derartiges Kriterium mit hyperintensionalen Unterschieden zwischen Eigenschaften umgehen kann.
DFG-Verfahren Forschungsgruppen
Teilprojekt zu FOR 2495:  Induktive Metaphysik
Internationaler Bezug Schweiz