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Ungerechtigkeitssensibilität im Kindes- und Jugendalter: Entwicklungsbedingungen und Wirkungen als Risiko- und Schutzfaktor

Fachliche Zuordnung Entwicklungspsychologie und Pädagogische Psychologie
Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Sozialpsychologie und Arbeits- und Organisationspsychologie
Förderung Förderung von 2017 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 339207502
 
Erstellungsjahr 2023

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt „Ungerechtigkeitssensibilität im Kindes- und Jugendalter: Entwicklungsbedingungen und Wirkungen als Risiko- und Schutzfaktor“ (JUST-Studie) untersuchte Ungerechtigkeitssensibilität, also die Tendenz, negativ auf Ungerechtigkeit zu reagieren, im mittleren Kindesalter sowie deren Zusammenhänge mit verschiedenen Formen pro- und antisozialen Verhaltens und internalisierendem und externalisierendem Problemverhalten im Kindes- und Jugendalter. Zu diesem Zweck wurde im Rahmen des Projekts ein Längsschnitt mit zwei Messzeitpunkten im Abstand von einem Jahr mit 1.379 Kindern in der ersten bis vierten Grundschulklasse neu aufgebaut und wurden auch deren Eltern und Lehrerpersonen befragt. Die Ergebnisse dieses Projektteils zeigen unter anderem, dass US spätestens ab dem mittleren Kindesalter über Selbst- und Elternberichte valide und reliabel erfasst werden kann und die bekannte Faktorstruktur aus drei korrelierten, aber unabhängigen Perspektiven aufweist. Erwartungsgemäße Zusammenhänge mit sozialen Kompetenzen, Temperamentsmerkmalen sowie pro- und antisozialem Verhalten deuten in Kombination mit Retest-Reliabilitäten ähnlich denen im Jugend- und Erwachsenenalter auf eine frühe und womöglich langfristige Bedeutung von US für Erleben und Verhalten hin. Erstmals zeigten wir Zusammenhänge zwischen US und den klassischen Indikatoren der moralischen Entwicklung, Teilen und Verteilungsentscheidungen sowie Motiven für Bestrafung. Um Aufschluss über Zusammenhänge zwischen Ungerechtigkeitssensibilität und internalisierendem und externalisierendem Problemverhalten im Jugendalter zu erhalten, wurden die Daten der PIER-Studie mit über 1.600 Jugendlichen und drei Messzeitpunkten genutzt. Anhand dieser Daten konnten differentielle bi-direktionale Zusammenhänge zwischen den drei untersuchten US-Perspektiven Opfer, Beobachter und Täter und pathologischem Essverhalten, selbstverletzendem Verhalten, Substanzkonsum und Viktimisierung sowie aggressivem Verhalten und dessen Trajektorien aufgezeigt werden. Wir fanden verschiedene US-Profile im Jugendalter, die möglicherweise ebenfalls differentielle Zusammenhänge mit Verhalten und Wohlbefinden aufweisen. Die Ergebnisse des Projekts deuten somit auf eine hohe Bedeutsamkeit der Sensibilität für Ungerechtigkeit für vielfältige Bereiche des Erlebens und Verhaltens spätestens ab dem Kindesalter hin und sollte daher weiter beforscht werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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