Detailseite
Projekt Druckansicht

Methoden zur Automatisierung von Handhabungsprozessen unter kryogenen Umgebungsbedingungen

Antragstellerinnen / Antragsteller Dr.-Ing. Frank Ihmig; Professorin Dr.-Ing. Annika Raatz
Fachliche Zuordnung Produktionsautomatisierung und Montagetechnik
Konstruktion, Maschinenelemente, Produktentwicklung
Förderung Förderung von 2017 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 349906175
 
Erstellungsjahr 2023

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Im Rahmen des Projektes wurden Methoden zur Automatisierung von Handhabungsprozessen bei der Kryokonservierung und -lagerung von biologischem Material erforscht. Dies war und ist weiterhin notwendig, weil eine Prozessautomatisierung im zur Langzeitlagerung von biologischem Material relevanten Tieftemperaturbereich von -130 °C bis -196 °C nicht existiert. Entscheidende Vorteile einer Automatisierung bei kryogenen Temperaturen gegenüber dem vorherrschenden rein manuellen oder teilautomatisierten Prozess bei darüber liegenden Temperaturen bestehen einerseits in dem Ausschluss von Gesundheitsgefährdungen des Personals und andererseits in der Verhinderung einer Beeinträchtigung der Qualität der Proben durch Temperaturschwankungen. Ziel des Projektes war es, die grundlegenden Technologien für die Realisierung eines robotergestützten Handhabungssystems zu erforschen und erste Funktionsmuster zu fertigen. Dazu wurde die optimale parallelkinematische Roboterstruktur, die eine Platzierung der Antriebe außerhalb der kryogenen Arbeitsumgebung ermöglicht, geeignete Konstruktionswerkstoffe sowie mechanische und elektrische Komponenten aus den Anforderungen des anvisierten Prozesses ermittelt. Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Untersuchung der Einsatzmöglichkeiten von Festkörpergelenken, die im Vergleich zu konventionellen Gelenkmechanismen in kryogener Arbeitsumgebung eingesetzt werden können. Darüber hinaus waren vier weitere Ansätze Forschungsgegenstand des Projektes: Methoden zur Beheizung der Festkörpergelenke, Gestaltung von monolithischen Greifmechanismen, Auslegung einer elektromechanischen Greiferaktuierung sowie die Erforschung von Konzepten zur drahtlosen Energieübertragung in das Innere des tiefkalten Arbeitsraums. Die Ergebnisse des Projektes zeigen deutlich, dass Methoden und Funktionsmuster von Komponenten für eine Automatisierung von Handhabungsprozessen unter kryogenen Umgebungsbedingungen erfolgreich erforscht und entwickelt werden konnten. Die grundlegende Funktion einzelner entwickelter Komponenten wie der Festkörpergelenke, des mechatronischen Greifsystems sowie der induktiven Energieübertragung konnte in experimentellen Untersuchungen nachgewiesen werden. Es liegen Methoden zur systematischen Auslegung von Gelenkgeometrien, Parallelroboterstrukturen, Greifermechatronik und drahtloser Energieübertragung für das geplante Anwendungsszenario der automatisierten Probenhandhabung in Kryobanken vor.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung