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RESAF: Ressourcennutzung und Antiker Bergbau in Afghanistan

Fachliche Zuordnung Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Mineralogie, Petrologie und Geochemie
Förderung Förderung von 2017 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 362912084
 
Erstellungsjahr 2023

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ziel des Projektes war die Erforschung der Nutzung mineralischer Ressourcen in Afghanistan. Der zeitliche Rahmen wurde grundsätzlich breit angelegt, fokussiert jedoch auf den Materialien Lapislazuli (Neolithikum bis Mittelalter) und die Kupferlagerstätte Mes Aynak, mit einer bedeutenden antiken Buddhistischen Klosteranlage, in der Bergbau und Metallurgie betrieben wurden. Afghanistans Erz- und Mineralienreichtum wurde seit der Steinzeit genutzt und ist auch heute weltbekannt. Besonderes Interesse galt Lapislazuli, sowie Zinn, Gold, Silber und Kupfer. Lapislazuli ist bis heute ein begehrter Schmuckstein für den Afghanistan als einzige prähistorisch genutzte Quelle gilt. Im 4. und 3. Jt. v. Chr. wurde der Stein in den frühen Hochkulturen sehr geschätzt, nachweislich in Ägypten, Mesopotamien. Mittelasien und am Indus. Zinn ist als Beimengung zum Kupfer Grundlage für Bronze, der wichtigsten technischen Innovation früher Metallzeiten. Bleiisotopenanalysen zeigen, dass ein Großteil frühen Zinns aus bisher unbekannten Quellen stammt. Das zeitgleiche Aufkommen von Zinnbronzen, mit Gold und Lapislazuli im 4. und 3. Jt. v. Chr. in Mesopotamien, ließ vermuten, dass alle drei Materialien aus demselben Gebiet, Afghanistan, stammen. Afghanistan verfügt auch über große Kupfervorkommen. Dennoch ist kaum etwas über prähistorischen Abbau und Distribution der Rohstoffe in Afghanistan bekannt. Die Bedeutung der Ressourcen und die Rolle Afghanistans in der Diskussion harrt seit langer wissenschaftlicher Untersuchung und ist noch sehr hypothetisch. Zuverlässige Daten liegen nur aus den Nachbarländern vor und die Rolle Afghanistans als Dreh- und Angelpunkt der Rohstoffversorgung in der Bronzemetallurgie – im Spannungsfeld der frühen Hochkulturen – bleibt ein dringendes Desiderat der Forschung. Unwegsames Gelände, schlechte logistische Erschließung, mangelnde medizinische Versorgung und eine schwer einzuschätzende Sicherheitslage aufgrund anhaltender Kriege, haben das Land seit Jahrzehnten schwer in Mitleidenschaft gezogen; das Land wurde von der internationalen Wissenschaftsgemeinschaft auch aufgrund anderer Faktoren immer weiter isoliert. Das in der jüngeren Geschichte zunehmende geopolitische und wirtschaftliche Interesse der Großmächte an Afghanistan ging nicht nur umgekehrt proportional mit einer Abnahme wissenschaftlicher Forschung in allen Bereichen einher, es wurde auch von Innen und Außen versäumt wissenschaftliche Organisationen und infrastrukturelle Grundlagen der Bildung auf- und auszubauen. Eigene wissenschaftliche Forschungen gab es in Afghanistan praktisch nicht mehr. Digitale Dokumentation von archäologischen Fundorten und Materialien, sowie die Fortbildung von Kolleginnen und Kollegen in und aus Afghanistan waren daher besondere Anliegen des Projektes.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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