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Castration or sterilisation: a basic research oriented study to the effects of animal welfare and mate choice in guinea pigs

Subject Area Veterinary Medical Science
Sensory and Behavioural Biology
Term from 2017 to 2022
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 368707093
 
Final Report Year 2023

Final Report Abstract

Tiere in Menschenhand sollten sich nicht unkontrolliert vermehren. Um dieses Ziel zu erreichen, werden meist Kastrationen (=vollständige Entfernung der Gonaden) durchgeführt. Dieser Eingriff kann auch zu einer Verringerung unerwünschten aggressiven sowie Werbe- und Sexualverhaltens führen. Diese Verhaltensveränderungen liegen im Interesse des Menschen. Aus Sicht des Tieres könnte allerdings eine Sterilisation (=Unterbindung des Transports der Ei- bzw. Samenzelle ohne Entfernung der Gonaden) besser als eine Kastration sein, da sie wesentlich weniger invasiv ist. Übergeordnetes Ziel dieses Projektes war es, die unterschiedlichen Auswirkungen einer Kastration und Sterilisation auf das Wohlergehen von Tieren am Beispiel des Hausmeerschweinchens zu analysieren. Ursprünglich sollten die Operationen vor bzw. nach der Geschlechtsreife durchgeführt werden. Stattdessen wurden die Eingriffe jedoch bei allen Tieren vor der Geschlechtsreife durchgeführt. Dafür wurden ein- und dieselben Tiere an zwei verschiedenen Zeitpunkten ihres Lebens untersucht, um Kurz- und Langzeiteffekte der Eingriffe bestimmen zu können. Als Indikatoren für das Wohlergehen der Männchen wurden soziopositive, agonistische und Spielverhaltensweisen sowie die basalen Konzentrationen und Reaktionswerte des Hormons Cortisol (ein wichtiges „Stresshormon“) der Tiere analysiert. Folgende interessante Befunde konnten gezeigt werden: Kastrierte Männchen zeigten bei akuter Belastung eine höhere Cortisolreaktion. Dies könnte auf eine allgemeine Beeinträchtigung des Wohlergehens kastrierter Männchen im Vergleich zu intakten, scheinoperierten und sterilisierten Männchen hinweisen. Interessanterweise konnten jedoch keine Langzeitauswirkungen einer Kastration auf die Cortisolkonzentrationen gefunden werden. Möglicherweise war die Stichprobengröße zu gering, um signifikante Unterschiede detektieren zu können. Leider konnten die Verhaltensdaten im Projekt zu den Kurzzeiteffekten nicht ausgewertet werden. Interessanterweise konnten wir aber bzgl. der Langezeiteffekte Unterschiede im Verhalten nachweisen: Sterilisierte Männchen zeigten signifikant mehr soziopositives und Sexualverhalten als kastrierte Männchen. Vor allem ersteres kann als Zeichen für mögliche Beeinträchtigungen des Wohlergehens der kastrierten Männchen gedeutet werden. Unsere Ergebnisse liefern somit erste Belege für eine mögliche negative Auswirkung der Kastration auf das Wohlergehen der Tiere, während sie gleichzeitig darauf hinweisen, dass die Sterilisation eine weniger invasive, vielversprechende Alternative darstellt. Daher können die Ergebnisse künftige Forschungen zu diesem Thema anregen, um mögliche tierschutzrelevante Nebenwirkungen der Kastration weiter zu ermitteln.

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