Detailseite
Projekt Druckansicht

Die Rolle von suppression of tumorigenicity 2 (ST2) exprimierenden regulatorischen T-Zellen in Darmentzündungen und Entzündungs-assoziiertem Darmkrebs

Antragstellerin Dr. Eva Pastille
Fachliche Zuordnung Gastroenterologie
Immunologie
Förderung Förderung von 2017 bis 2021
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 387232980
 
Erstellungsjahr 2022

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Bei Darmkrebs sind sowohl Foxp3+ regulatorische T-Zellen (Tregs), als auch der IL-33/ST2 Signalweg an der Tumorprogression beteiligt. In dem geförderten Projekt wurde die Rolle von ST2+ Foxp3+ Tregs und IL-33 in einem Mausmodell für Entzündungs-assoziierten Darmkrebs untersucht. Durch verschiedene Ansätze wurde der IL-33/ST2 Signalweg inhibiert, um die Auswirkung dessen auf die Akkumulation von ST2+ Foxp3+ Tregs im Kolon und die Tumorentstehung zu analysieren. Wir konnten zeigen, dass es sich bei den ST2+ Foxp3+ Tregs, die im Laufe der Darmkrebsinduktion im Kolon akkumulieren um Tregs handelt, die sich in ihrem Transkriptom und Aktivierungsstatus von den ST2- Foxp3+ Tregs signifikant unterscheiden. Trotz ihrer starken Aktivierung wiesen die ST2+ Foxp3+ Tregs aus dem Kolon der Darmkrebsmäuse jedoch keine erhöhten suppressiven Eigenschaften auf. Interessanterweise zeigte sich, dass die ST2+ Foxp3+ Tregs ein stärkeres Migrationspotential und eine verringerte Kapazität zur Th17 Differenzierung besaßen. Die phänotypische Charakterisierung von Foxp3+ Tregs im peripheren Blut von Darmkrebspatienten zeigte eine signifikante Erhöhung der ST2 Expression, die mit einer verstärkten Expression von Migrationsmarkern einherging. Durch Darmkrebsinduktion in ST2fl/fl/FIC Mäusen konnten wir zeigen, dass die spezifische Deletion von ST2+ Foxp3+ Tregs das Tumorwachstum signifikant verringerte, wobei die Gesamtfrequenz von Foxp3+ Tregs im Kolon nicht reduziert war. Entgegen unserer Erwartungen resultierte die Inaktivierung von IL-33 in Darmepithelzellen und die Suppression der IL-33 Freisetzung mittels HpARI nicht in einer Reduktion der Akkumulation der ST2+ Foxp3+ Tregs im Kolon und führte auch nicht zu einem reduzierten Tumorwachstum. Es wäre möglich, dass eine vollständige Inhibition von IL-33, insbesondere in anderen Zellen als den Epithelzellen notwendig ist, um deutlichere Effekte zu erzielen. Insgesamt machen unsere experimentellen Befunde deutlich, dass eine gezielte Inaktivierung von ST2+ Foxp3+ Tregs eine Therapieoption bei Entzündungs-assoziiertem Darmkrebs darstellen könnte, während die Inhibition von IL-33 als Therapie bei Darmkrebs aufgrund der pleiotropen Eigenschaften von IL-33 im Darm sorgfältig abgewogen werden sollte.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung