Housing as a Global Urban Common. Strategies and Networks for the transnational mobilization of alternative housing policies
Final Report Abstract
Unter anderem als eine Reaktion auf die Rückkehr der sozialen Wohnungsfrage beobachten wir aktuell international einen neuen Trend zur Gründung von nichtgewinnorientierten, selbstverwalteten Wohnformen in Kollektivbesitz, darunter Genossenschaften, Stiftungskooperationen und sogenannte Community Land Trusts sowie Syndikatsprojekte. Die Modelle werden in der internationalen Forschung oftmals im Kontext von Urban und Housing Commons diskutiert. So lassen sich Housing Commons als langfristig bezahlbare, partizipative und gemeinschaftliche Wohngüter verstehen, bei denen Boden und Immobilien durch geteilte Eigentumsstrukturen dekommodifiziert und von einer (idealerweise) heterogenen, grenzoffenen Gemeinschaft solidarisch organisiert und verwaltet werden. Dieser Trend geht einher mit dem Aufbau und der Nutzung von Netzwerken auf lokaler bis internationaler Ebene, ein sowohl in der Wohn- als auch in der sozialen Bewegungsforschung bisher kaum beleuchteter Aspekt von Housing Commons. So setzte das vorliegende Projekt den Fokus auf die Analyse der translokalen Vernetzung und Mobilisierung von Housing Commons und untersuchte die damit verbundenen Hintergründe, Mechnismen, Funktionsweisen und (innovativen) Effekte und Grenzen. Damit bestand die zentrale Zielsetzung des Projektes darin, das transformative Potenzial der Zirkulierung von nichtgewinnorientierten Wohnmodellen aufzudecken. Als empirische Fallbeispiele dienten drei europäische Netzwerke nichtgewinnorientierten Wohnens, die sich auf bestimmte Wohnmodelle konzentrieren und regionale Schwerpunkte haben: 1) das Mietshäuser Syndikat, 2) das European Community Land Trust Network (ECLTN) und 3) das MOBA Network. Anhand ausgewählter Städte wurde des Weiteren untersucht, wie sich die Implementierung neuer Wohnprojekte vor Ort gestaltet. Methodologisch setzte das Vorhaben auf qualitative Netzwerkanalysen und bediente sich dafür insbesondere problemzentrierten Interviews mit Schlüsselaktivist:innen sowie Sprecher:innen intermediärer Institutionen wie NGOs, Genossenschaftsbanken und Vertreter:innen von Stadtverwaltungen und teilnehmenden Beobachtungen an Vernetzungstreffen etc. Die folgenden zentralen Ergebnisse der Studie sind hervorzuheben: die identifizierten translokalen Netzwerke kennzeichnen spezifische Mechanismen und Funktionen (z.B. eine breite Expertisierung durch Schlüsselakteure), wodurch sich lokale wohnungspolitische Defizite überbrücken lassen. Das Wohnen als Gut und aktivistisches Handlungsfeld ist also weniger ortsgebunden als oftmals angenommen. Des Weiteren belegen die Untersuchungen die Potenziale nichtgewinnorientierter Wohnmodelle mit Blick auf die soziale Wohnungsfrage. Massive Kostensteigerungen der Wohnraumentwicklungen belegen jedoch die Abhängigkeit der Hausprojekte von öffentlichen Unterstützungsprogrammen auf lokaler, nationaler und EU-Ebene.
Publications
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