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Das Schlesische zwischen dem Polnischen und dem Deutschen, zwischen autochthonen Mundarten und polnischem Standard. Soziolinguistische und psycholinguistische Aspekte einer doppelten sprachlichen Hybridisierung

Fachliche Zuordnung Allgemeine und Vergleichende Sprachwissenschaft, Experimentelle Linguistik, Typologie, Außereuropäische Sprachen
Förderung Förderung von 2017 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 392222529
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt hatte mit dem Schlesischen eine der wenigen vitalen autochthonen Sprachvarietäten auf dem Gebiet Polens zum Untersuchungsgegenstand. Das Schlesische zeichnet sich dadurch aus, dass es auch eine urbane Varietät ist, die im Oberschlesischen Industriegebiet, einem der dichtestbesiedelten Ballungsgebiete Europas, neben dem Polnischen gebraucht wird. Das Schlesische ist historisch vom Kontakt mit dem Deutschen geprägt, aktuell mit dem Standardpolnischen. Der historische Sprachkontakt mit dem Deutschen hat Spuren in der Lexik und (Morpho-)Syntax des Schlesischen hinterlassen. Empirisch wurde das tatsächlich gebrauchte Schlesische, insbesondere die Variation zwischen schlesischen Merkmalen und standardpolnischen Merkmalen in der spontanen, informellen Rede von Sprecher*innen des Schlesischen bisher kaum untersucht. Dies war das Ziel des Projekts. Zentral, aber nicht ausschließlich berücksichtigt wurden dabei Merkmale, die auf den Kontakt mit dem Deutschen zurückgeführt werden. Zentraler Ansatz des Projekts war es, korpuslinguistische und psycholinguistische Untersuchungen sprachlicher Variation zusammenzuführen. Im Rahmen des Projekts wurde ein Korpus des gesprochenen Schlesischen im Umfang von 285 000 Wortformen erstellt, das nach einer Testphase für wissenschaftliche Fragestellungen zugänglich sein und um weitere erhobene Daten erweitert werden wird. Die vorgesehenen psycholinguistischen Experimente behandelten die Verarbeitung morphosyntaktischer und lexikalischer Variation. Sie konnten erst zum Ende des Projekts durchgeführt werden und sind noch nicht ausgewertet. Ergebnisse liegen zur Variation im Bereich der Lexik, der Morphosyntax und der Flexionsmorphologie vor. Sie zeigen eine deutliche Beeinflussung des Schlesischen durch das Standardpolnische, gleichzeitig aber (mit Ausnahmen) eine deutliche Präsenz der schlesischen Merkmale, die teilweise nach dem Alter der Sprecher*innen variiert, teilweise aber auch über die Generationen hinweg stabil bleibt.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

  • Beobachtungen zu lexikalischen Häufigkeitsstrukturen im Oberschlesischen. 13. Deutscher Slavistentag. 24.- 26.09.2019, Trier
    Zeller, J. P. & Henzelmann, M.
  • Das Schlesische zwischen dem Polnischen und dem Deutschen, zwischen autochthonen Mundarten und polnischem Standard. (Poster). 13. Deutscher Slavistentag. Trier, 24.–26.09.2019
    Zeller, J. P. & Henzelmann, M.
  • Einflüsse des Deutschen im Standardpolnischen und im Schlesischen. Universität Kopenhagen. 8.03.2019
    Zeller, J. P.
  • Gestrecktes Belarussisch, verwässertes Polnisch? Die „Trasjanka“ in Belarus, das Schlesische in Polen. Univ. Jena, 26.06.2019
    Zeller, J. P.
  • Leksykalne wpływy języka niemieckiego i systemowe wpływy polskiego w dzisiejszym etnolekcie śląskim. [Einflüsse des Deutschen in der Lexik und Einflüsse des Polnischen im System des heutigen Schlesischen]. (Vortrag). Sitzung der Kommission für Sprachkontakt des Internationalen Slavistenkomitees. Mainz, 9.–10.10.2019.
    Tambor, J. & Zeller, J. P.
  • Das Schlesische, vor allem aus soziolinguistischer Perspektive. Univ. Jena, 29.05.2020
    Zeller, J. P.
  • Contact-induced and internal variation in the Silesian verb paradigm. Treffen der Kommission für Sprachkontakt des Internationalen Slavistenkomitees. 14.– 15.10.2021. (online)
    Zeller, J. P.
  • Empirische Beobachtungen zum Sprachkontakt in Oberschlesien. Sprachkontakt und interlinguale Kommunikation: Deutsch, Polnisch und andere Sprachen. Gorzów, Potsdam, Linz / online, 3.–4.12.2021
    Henzelmann, M.
  • Morphosyntactic variation in Silesian. Language variation; conditions, mechanisms, results. Hamburg, Perm’ / online. 30.10.2021
    Zeller, J. P.
  • Beobachtungen zum Sprachkontakt in Oberschlesien im Spannungsfeld von Theorie und Empirie. In: Nadobnik, R.; Warditz, V. (Hg.): Sprachkontakt und interlinguale Kommunikation: Deutsch, Polnisch und andere Sprachen. Schriften zur Vergleichenden Sprachwissenschaft, 39. Hamburg, 47–60
    Henzelmann, M.
  • Morphosyntaktische Variation im Schlesischen. Deutscher Slavistiktag. Ruhr-Universität Bochum, 21.–24.9.2022
    Zeller, J. P.
  • Code-Switching and Code-Shifting in Silesian. Sitzung der Kommission für Sprachkontakt des Internationalen Slavistenkomitees. Prag, 27.–28.8.2023
    Zeller, J. P.
  • Code-Switching und Code-Shifting im Schlesischen. XLVIII. Konstanzer Slavistisches Arbeitstreffen. Greifswald, 12.–14.9.2023
    Zeller, J. P.
  • Lexikalische Variation im Schlesischen. Kolloquium Slavistische Linguistik, Univ. Zürich, 12.12.2024
    Zeller, J. P.
  • Spoken Silesian: A variationist approach. Univ. Potsdam, 7.2.2024
    Zeller, J. P.
 
 

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