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Linguistic Social History 1933 - 1945

Subject Area Applied Linguistics, Computational Linguistics
Term from 2018 to 2021
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 395389330
 
Final Report Year 2022

Final Report Abstract

Mit den Analysen sind wir der sprachlichen Wirklichkeit zur Zeit des Nationalsozialismus näher gekommen und haben sie der sozialen Wirklichkeit entsprechend differenziert dargestellt. Diese Wirklichkeit ist ein komplexes Sprach- und Kommunikationsgefüge mit Beteiligten aus unterschiedlichen gesellschaftlichen bzw. politischen Domänen. Insofern ist die Akteursdifferenzierung die grundlegende leitende Perspektive der Analysen. Die Beiträge stellen ausgewählte Gegenstände in mehr oder weniger umfangreichen Einzelanalysen dar. Diese Auswahl geschah nach Kriterien, die dem Vorhaben einer »sprachlichen Sozialgeschichte« entsprechen: Es wird beispielhaft beschrieben, wie Akteure des Regimes sprachlich agierten, insbes. aber, wie sich solche Beteiligten sprachlich mitgeteilt haben, die nicht zum Funktionsapparat des Nationalsozialismus zählten. Zudem werden die Perspektiven von Ausgeschlossenen und Widerständlern als die Sichtweise derjenigen Akteure einbezogen, die im Zeichen sprachgeschichtlicher Ansätze bisher noch wenig berücksichtigt wurden. Diese Unterscheidung ist in Bezug auf unterschiedliche Gegenstände der sozialen Realität elementar, die Position der Sprechenden und ihre Funktion im Diskurs ist dabei der entscheidende soziopragmatische Faktor ihres Sprachgebrauchs. Der Komplexität der sprachlichen Wirklichkeit 1933 bis 1945 entspricht die Vielfalt der ausgewählten analytischen Gegenstände und die Pluralität der angewendeten Methoden. Methodische, von den jeweiligen Gegenständen aufgegebene Triangulation kultur- und diskurslinguistischer Zugänge verstehen wir als ein Obligo hinsichtlich der Gegenstandsvielfalt. Diverse kultur- und diskurslinguistische Methoden anzuwenden, haben wir auch als Möglichkeit gesehen, Methodenvielfalt zu demonstrieren. Die Beiträge erschließen insgesamt ein weites Spektrum an Zugängen, die aus der Anpassung an diese diversen Gegenstände resultieren. Der induktiv-hermeneutische indes bildet einen generellen Zugang zu den Beiträgen. Er stellt die Verstehensvoraussetzungen her, die die Basis für jegliche weitere analytische Perspektivierungen sind. Die Beiträge sind zu vier inhaltlich-methodischen Schwerpunkten geordnet, die erstens das nationalsozialistische Grundprinzip der Gemeinschaft hinsichtlich seiner sprachlichen Ausführungen in unterschiedlichen Dimensionen darstellen, zweitens sprachliches Handeln in typischen situativen Kontexten beschreiben, drittens textuelle Kommunikation hinsichtlich Musterhaftigkeit und Musteranpassung nachvollziehen, viertens schließlich lexikalischsemantische konzeptuelle Verdichtungen rekonstruieren. Das Projekt hat Aufmerksamkeit in Rundfunkmedien gefunden (DLF, SWR), ebenso hat die lokale Presse berichtet. Das Erscheinen der zweibändigen Projektpublikation wird ebenfalls medial begleitet werden. Auch hat der Projektgegenstand Interesse des Nationaltheaters Mannheim gefunden. Eine mögliche Kooperation wird geprüft.

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