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Anatomical Dissections and Teaching in Padua (1540-1600)

Subject Area History of Science
Term from 2018 to 2022
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 396021860
 
Final Report Year 2024

Final Report Abstract

Gestützt auf weit überwiegend handschriftlich und auf Latein überlieferte und in der historischen Forschung bislang größtenteils unbekannte studentische Aufzeichnungen hatte dieses Projekt die Methodik und die konkrete Praxis in der anatomischen Forschung und Lehre an der Universität Padua zwischen 1540 und 1600 zum Gegenstand. Die Untersuchung brachte eine Vielzahl von neuen Erkenntnissen hervor. Im Hinblick auf die anatomische Praxis und Lehre reichen diese von Belegen für die erstmalige Erwähnung von (erst später oder nie publizierten) anatomischen Entdeckungen und die überragenden Bedeutung von privaten Anatomien im kleinen studentischen Kreis bis zum Nachweis der routinemäßigen Demonstration anatomischer und physiologischer Zusammenhänge am Tier, von Ansätzen zur Entwicklung einer vergleichenden Tieranatomie und der Verknüpfung von anatomischen Befunden und medizinischer und chirurgischer Praxis. Auf einer abstrakteren Ebene konnte das Bestreben der Paduaner Anatomen herausgearbeitet werden, sich dem Körper und dem Bau seiner einzelnen Teile Teilen gewissermaßen more geometrico zu nähern und die Gestalt und Funktionen der Organe zu den räumlichen Verhältnissen zwischen ihnen in Beziehung zu setzen. Zugleich konnte die bislang kaum beachtete enge Verknüpfung zwischen anatomischer Praxis und Lehre mit der aristotelischen Logik und Methodenlehre aufgezeigt und im Detail dargestellt werden. Selbst in den damals sehr heftig geführten Debatten über die Unsterblichkeit der Seele, so konnte gezeigt werden, bezogen die Vertreter der paduanischen Anatomie Position und entwickelten, heterodoxe Ansichten, indem sie der – ihnen besonders vertrauten – Materialität des Körpers und dessen Verknüpfung mit der Seele eine herausragende Bedeutung zuschrieben.

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