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Identifikation von neuen Kandidatengenen für Insulinsensitivität und Insulinresistenz in der Berliner Fettmaus

Antragstellerin Dr. Deike Hesse-Wilting
Fachliche Zuordnung Endokrinologie, Diabetologie, Metabolismus
Ernährungswissenschaften
Tierzucht, Tierernährung, Tierhaltung
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 396456925
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die weltweite Zunahme von Typ-2-Diabetes ist alarmierend: Laut der Weltgesundheitsorganisation sind 8,5 % der erwachsenen Bevölkerung betroffen. Die Ergebnisse dieses Projekts bieten weitere Ansätze zur Entwicklung neuer Therapie- und Präventionsstrategien. Dieses Forschungsprojekt untersuchte die genetischen Ursachen und Mechanismen, die zur Entwicklung von Typ-2-Diabetes und Insulinresistenz führen. Durch die Verwendung von speziellen Mausmodellen, den Berliner Fettmaus-Inzuchtlinien (BFMI), sollten neue Gene und Genvarianten identifiziert werden, die für diese Erkrankungen verantwortlich sind. Ziele und Ergebnisse: 1. Feinkartierung ursächlicher Genloci: Durch Kreuzungsexperimente und genetische Analysen wurden Genregionen identifiziert, die für Unterschiede in der Insulinsensitivität verantwortlich sind. Die Untersuchung der Berliner Fettmaus-Sublinien BFMI861-S1 und BFMI861-S2, die sich in ihrer Insulinsensitivität stark unterscheiden, ermöglichte eine detaillierte Analyse dieser Unterschiede. 2. Identifizierung des ursächlichen Gewebes: Die Analyse metabolisch relevanter Gewebe zeigte, dass das gonadale Fettgewebe in der Berliner Fettmaus eine zentrale Rolle spielt. Die Expression bestimmter Gene wie Plg und Acat2, die für die Fettzellspeicherung und den Fettstoffwechsel wichtig sind, sind im Fettgewebe stark verändert. 3. Funktionelle Charakterisierung von Kandidatengenen: Gene wie Bbs7 und Acat2 wurden als wichtige Kandidaten für Insulinresistenz und Körpergewicht verifiziert und identifiziert. Diese Gene beeinflussen den Fettstoffwechsel und die Insulinsensitivität, was zu neuen Ansatzpunkten für die Erforschung und Behandlung von Typ-2-Diabetes führt. 4. Zeitliche und diätabhängige Analyse: Die Untersuchung der Genexpression und des Körpergewichts über verschiedene Zeiträume und unter unterschiedlichen Diätbedingungen zeigte, dass bestimmte Genregionen zeit- und diätabhängig die Insulinsensitivität der Berliner Fettmaus beeinflussen. Ein Beispiel hierfür ist das Gen Sun2, das eine Schlüsselrolle im Kohlenhydratstoffwechsel spielt. Die Erkenntnisse aus diesem Projekt tragen wesentlich zum Verständnis der genetischen Grundlagen von Typ-2-Diabetes und Insulinresistenz bei. Dies ist von großer Bedeutung, da es die Entwicklung personalisierter Therapieansätze ermöglicht. Durch die Identifikation neuer genetischer Marker können Risikopersonen frühzeitig erkannt und gezielt behandelt werden, um die Entwicklung von Diabetes zu verhindern oder zu verzögern. Zudem bieten die identifizierten Gene neue Ziele für die Entwicklung von Medikamenten, die spezifisch auf die molekularen Ursachen der Erkrankung abzielen. Insgesamt leistet dieses Forschungsprojekt einen weiteren Beitrag im komplexen Kampf gegen Typ-2-Diabetes und für die Verbesserung der Lebensqualität der betroffenen Menschen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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