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Making Mysticism. Mystical books in the library of Erfurt Charterhouse

Subject Area German Medieval Studies (Medieval German Literature)
Term from 2018 to 2023
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 397020343
 
Final Report Year 2022

Final Report Abstract

Einen wichtigen Meilenstein des Projektes stellt die digitale genetische Edition jener Signaturgruppen des um 1475 angelegten und bis etwa 1520 weitergeführten Bibliothekskatalogs der Erfurter Kartause (Erfurt, Bistumsarchiv, Hs. Hist. 6) dar, die Bücher im Dienst des anagogischen Wegs der Seele zu Gott (Signaturen D, DF, E und F) und Offenbarungen (Signatur I) verzeichnen. Sie bietet (1) eine leicht normalisierte kritische Neuedition der projektrelevanten Signaturgruppen; (2) eine Erstedition der DEF, D, E und F beigegebenen – meistens einleitenden – Kommentare kompilatorischen Charakters, die die konzeptionelle Anlage und das mystische Gepräge des Katalogs bezeugen; (3) Erschließungsinstrumente zum Editionstext in Form von Apparaten und Registern, die über die textkritischen Entscheidungen der Herausgeber:innen, die kodikologischen Merkmale von Hs. Hist. 6, über die in D (theologia mystica) und I (revelationes) referierten Autoren und Werke und die in den meist einleitenden Kommentaren zitierten Quellen informieren; (4) eine Aufschlüsselung der an der Entstehung der Signaturgruppen D, DF, E, F und I beteiligten Schreiberhände, die es erlaubt, sich den Zustand des Katalogs um 1475 und um 1520 anzeigen zu lassen, sowie (5) vielfältige Forschungsmaterialien, die entweder über den Reiter „Materialien“ der Edition oder das Projektportal abgerufen werden können: Zu nennen ist etwa eine de verbo ad verbum Übersetzung der Kommentare zu DEF, D, E und F, eine Übersicht über den erhaltenen Buchbestand der Erfurter Kartause und die Vorstellung eines Rezeptionszeugen des Kartäuserkatalogs aus dem 16. Jahrhundert. Zum Output des Projektes gehören zudem wissenschaftliche Publikationen, in denen die Mitglieder der mediävistischen Projektgruppe der leitenden Forschungsfrage nachgehen, wie sich die historiographische Ordnungs- und Beschreibungskategorie ‚Mystik‘ anhand eines historischen Bibliotheksbestands und des ihn erschließenden Katalogs beschreiben lässt. Im Rahmen des Projekts wurden in den informationswissenschaftlichen Arbeitspaketen folgende Ergebnisse erreicht: Die digitale genetische Edition wurde entwickelt, implementiert und veröffentlicht. Diese ist funktionsfähig und wird von der Forschung jetzt schon intensiv genutzt. Das positive Feedback der Teilnehmer:innen der Zwischenevaluation im Oktober 2019 und weiterer Veranstaltungen sowie Reaktionen aus der Community zeigen, dass damit ein wertvolles Werkzeug für die Arbeit der mediävistischen Forschung geschaffen wurde. Auch während der Abschlusstagung im Mai 2021 wurde die Digitale Edition ausführlich vorgestellt und besprochen. Im Rahmen des Projekts entwickelte Software und Inhalte wurden öffentlich über die GitLab-Instanz der UB zugänglich und für andere Projekte nachnutzbar gemacht. Die Edition ist insgesamt offen für weitere Entwicklungen über das Git-Interface, z.B. durch Hinzufügung weiterer Signaturgruppen. Für die OpenSource-Software wurde die sog. MIT-Lizenz gewählt, so dass diese praktisch beliebig weiterverwendet werden kann. Die Langzeitarchivierbarkeit der einzelnen Bausteine (Inhalte, Software) ist durch die konsequente Verwendung von OpenSource-Lösungen und die Anwendung gängiger Standards gewährleistet. Die Archivierung selbst erfolgt über das institutionelle Repositorium FreiDok plus der Universität Freiburg, welches von der UB betrieben wird.

Publications

 
 

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