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Eingebettete multifunktionale Sensoren zur Steuerung des Aushärteprozesses von Faserverbunden

Fachliche Zuordnung Mikrosysteme
Kunststofftechnik
Leichtbau, Textiltechnik
Förderung Förderung von 2017 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 397053684
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Um bei der Herstellung von faserverstärkten Kunststoffen Zeit, Energie und Kosten sparen zu können, werden möglichst viele Informationen über das Geschehen während des Herstellungsprozesses benötigt. Eine von mehreren Möglichkeiten, diese Informationen zu erhalten, ist die Integration von Foliensensoren in die hergestellten Bauteile. Diese bestehen aus einer thermoplastischen Folie, auf der metallische Elektroden strukturiert sind. Die Integration in das Bauteil bringt verschiedene Vor- und Nachteile mit sich. Einerseits sind bauteilintegrierte Sensoren flexibler einsetzbar als werkzeugintegrierte Sensoren und erlauben eine höhere räumliche Auflösung der Aushärtungsprozesse. Auf der anderen Seite werden sie während der Produktion Teil des Produkts und sollten daher einfach und kostengünstig sein sowie die Belastbarkeit nicht beeinträchtigen. Aus mechanischer Sicht bergen Foliensensoren vor allem ein Delaminationsrisiko. Der entscheidende Einflussfaktor ist die Wahl des thermoplastischen Trägermaterials. Sensoren auf Basis des häufig verwendeten Substratmaterials Polyimid bringen ein erhebliches Delaminationsrisiko mit sich. Der Einfluss von Polyetherimid ist dagegen weit weniger schädlich. Einige Versuche zeigen, dass Sensoren auf Polyethermidbasis sogar einzelne Festigkeitseigenschaften verbessern. Neben dem Trägermaterial haben auch die metallischen Sensorstrukturen einen Einfluss auf die Belastbarkeit. Für das Design von minimalinvasiven Sensoren sollte ein möglichst geringer Metallisierungsgrad angestrebt werden. Das gängigste Design für Foliensensoren zur Aushärtungsüberwachung sind sogenannte Interdigitalelektroden, die eine elektrische Kapazität bilden, deren Impedanz von der direkten Umgebung beeinflusst wird. Bei variothermen Fertigungsprozessen besteht eine Herausforderung darin, den Einfluss der Temperatur von dem des Aushärtungsgrades zu trennen. Die mit integrierten Sensoren gemessenen Impedanzinformationen müssen verarbeitet werden, um die Frequenzabhängigkeit und die Einflüsse von Temperatur und Sensorgeometrie aus den Daten zu entfernen. In der AG Sinapius wurde zu diesem Zweck auf Grundlage einer umfassenden Harzcharakterisierung ein Algorithmus entwickelt, der aus gemessenen Impedanzspektren und gemessenen Temperaturdaten den Aushärtegrad berechnet. Für die Überwachung variothermer Aushärtevorgänge ist daher der Einsatz eines zusätzlichen Temperatursensors unerlässlich. Zu diesem Zweck hat die AG Dietzel einen integrierten Multisensorknoten entwickelt, der die Temperaturinformation, die dielektrischen Eigenschaften und zusätzlich den Dehnungszustand auf einem einzigen Foliensensor misst. Neben der Ermittlung des Aushärtegrades bieten die Sensordaten auch Potential zur Bestimmung des Faservolumengehalts oder zur Erkennung von Harzfehlanmischungen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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