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Consumption-based accounts of land-use change related carbon emissions – CoBALUCE

Antragsteller Dr. Thomas Kastner
Fachliche Zuordnung Accounting und Finance
Förderung Förderung von 2017 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 397106073
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Ausweitung und Intensivierung land- und forstwirtschaftlicher Flächen ist die Hauptursache für Änderungen des in den Ökosystemen gespeicherten Kohlenstoffs - beispielsweise wenn Wälder für die Viehweide oder den Anbau von Nutzpflanzen gerodet werden. Es wird geschätzt, dass Landnutzungsemissionen (oder FOLU-Emissionen) derzeit etwa 10 % der jährlichen Treibhausgasemissionen und etwa ein Drittel der kumulativen, historischen Emissionen ausmachen. Dabei ist die Ausweitung der Landwirtschaft für die Exportproduktion zunehmend relevant. Konsumseitige Accounts (oder Fußabdrücke) der Landnutzung und der damit verbundenen FOLU-Emissionen - die Emissionen dem Handel und Verbrauch land- und forstwirtschaftlicher Produkte zuschreiben - können territoriale Accounts auf der Suche nach Möglichkeiten zur Reduktion dieser Emissionen ergänzen. CoBALUCE zielte auf Erstellung solcher konsumseitiger Accounts ab. Ein Teil der Arbeit konzentrierte sich auf die Erstellung konsistenter globaler Daten zu FOLU-Emissionen. Eine wichtige Erkenntnis dabei war die Relevanz der eingenommen Perspektive, sichtbar durch zwei gegensätzliche Perspektiven: (i) die Betrachtung von rezenten Landnutzungsänderungen (vor allem tropische Entwaldung) und der dadurch verursachten Emissionen. (ii) Betrachtung der Opportunitätskosten, d. h. die Frage, wie viel Kohlenstoff könnte auf Flächen gespeichert werden, wenn diese aus er Nutzung genommen werden - im Verhältnis zum gegenwärtigen Output. Die FOLU-Emissionen wurden dann einzelnen landwirtschaftlichen Produkten, wie z. B. Mais oder Rindfleisch, zugeschrieben. Auch hier beeinflussen unterschiedliche Annahmen die Zuordnung der Emissionen. Bestimmte Produkte (z.B. Palmöl aus Südostasien, Sojabohnen aus Lateinamerika) wurden jedoch unabhängig vom gewählten Ansatz als Haupttreiber von FOLU-Emissionen identifiziert. In einem letzten Schritt haben wir die zugeordneten Emissionen mit Datensätzen und Modellen zu globalen Handelsnetzen verknüpft, um die Brücke zum Konsum zu schlagen. Darüber hinaus konnten wir vergleichbare Accounts für die mit Landnutzungswandel verbundene Indikatoren erstellen, wie z. B. den Rückgang biologischer Vielfalt oder die Störung intakter Waldlandschaften. Unsere Arbeiten zeigen, dass ein Viertel bis ein Drittel der weltweiten FOLU-Emissionen mit dem internationalem Handel verbunden sind. Die EU und China sind die wichtigsten Importeure und Konsumenten von Exporten, die mit hohen FOLU-Emissionen verbunden sind und häufig aus tropischen Regionen stammen. Diese allgemeinen Muster gelten auch für einen Opportunitätskostenansatz, obwohl das Bild hier nuancierter ist. Die Relevanz unserer Arbeit zeigt sich auch darin, dass Ergebnisse direkt zu Diskussionen um eine EU-Verordnung beigetragen haben, die den Handel mit Produkten, die auf kürzlich abgeholzten Flächen angebaut wurden, verbieten will.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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