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Eine synergetische Analyse radar-basierter Dopplergeschwindigkeiten und polarimetrischer Indikatoren für mikrophysikalische Prozesse

Antragstellerin Raquel Evaristo, Ph.D.
Fachliche Zuordnung Physik und Chemie der Atmosphäre
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 397721665
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Projekt wurden Windfelder mittels einer Multi-Doppler-Technik (Open Source Code: Pythonic Direct Data Assimilation PyDDA) für einige konvektive Ereignisse im Raum Bonn ermittelt. Die vertikale Komponente des Windes wurde mit einem im Projekt entwickelten Ansatz validiert. Dabei wird die aus dem BoXPol Vertikalscan gewonnene Dopplergeschwindigkeit verwendet, die terminale Fallgeschwindigkeit der Hydrometeore korrigiert, um sie mit dem Windfeld aus PyDDA zu vergleichen. Die Ergebnisse zeigen eine gute Übereinstimmung der beiden Methoden in niedrigen und mittleren Höhen, aber unterschätzen den Aufwind in höheren Höhen, im Einklang mit früheren Studien, die die Fehler von Multi-Doppler- Techniken bewerteten. Anhand der Ergebnisse wurden die Wechselwirkungen zwischen der Dynamik konvektiver Zellen und anderen Konvektionsparametern untersucht, z.B. die Beziehung zwischen Aufwinden und Zdr-Säulen (schmale vertikale Säulen mit erhöhter differentieller Reflektivität (Zdr)). Bisher gab es kaum empirische Beobachtungen, die diese beiden Bereiche miteinander verbinden. Es zeigte sich eine systematische räumliche Überlagerung von Zdr-Säulen und Aufwinden sowie Blitzeinschlägen, die ein weiterer Indikator für Konvektion sind. Erwartungsgemäß wurde eine Tendenz festgestellt, dass stärkere und größere Aufwinde mit höheren und größeren Zdr-Säulen verbunden sind. Jedoch wurde eine große Variabilität von Zelle zu Zelle beobachtet, sodass keine allgemeingültige Beziehung abgeleitet werden kann. Fehlerquellen in den Windmessungen und in der Zdr-Säulenhöhe können das Ergebnis beeinflussen, liegen aber in der Natur der Radarmessungen und sind mit dem aktuellen Setup und Instrumenten nicht vermeidbar. Die Komplexität der Kinematik und Mikrophysik hängt möglicherweise von spezifischen Merkmalen ab, die sich von Zelle zu Zelle unterscheiden (wie Modellierungsstudien mit verschiedenen CCN-Konzentrationen andeuten). Hinsichtlich der Auswirkungen der Konvektion an der Oberfläche zeigte sich, dass die Niederschlagsintensität mit der Höhe und dem Volumen der Zdr-Säulen zusammenhängt, wobei keine Vorlaufzeit für diese Beziehung gefunden wurde. Für ein bestimmtes Ereignis, das in Köln zu Überschwemmungen führte, gab es jedoch eine Vorlaufzeit von 20 Minuten zwischen der Spitze der Zdr-Säulengröße (Volumen und Fläche) und der Oberflächenintensität (Gates mit einer Reflektivität größer 50 dBZ). Schließlich wurde analysiert, wie Zdr-Säulen und Aufwinde mit der Blitzaktivität zusammenhängen. Verglichen wurden Zellen mit und ohne Blitzsprung (LJ) in ihrem Lebenszyklus. LJ werden als plötzlicher Anstieg der Blitzrate definiert und wurden bereits mit Unwettern assoziiert. Die Ergebnisse bestätigten, dass Parameter, die mit der Intensität und Schwere der Zelle zusammenhängen, bei Zellen mit einem LJ, stärker ausgeprägt sind, d.h. sie haben größere und breitere Zdr-Säulen, längere Lebensdauern, intensivere Aufwinde, höhere Reflektivitätswerte und größere Reflektivitätskerne.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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