Detailseite
Projekt Druckansicht

Kuratieren (in) der Stadt. Neue Herausforderungen urbaner Kunstproduktion

Antragstellerin Professorin Dr. Gesa Ziemer
Fachliche Zuordnung Kunstgeschichte
Theater- und Medienwissenschaften
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 398109857
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Der Wandel kuratorischer Praxis ist eines der Grundthemen, das innerhalb der Kunst- und Kulturwissenschaften im Zuge des ›Curatorial Turn‹ verhandelt wird. So findet die zeitgenössische kuratorische Praxis zum einen nicht nur in den klassischen Räumen der Kunst wie Galerien, Museen oder Theater statt, sondern interveniert in öffentliche Stadträume. Zum anderen befasst sie sich im Zuge einer voranschreitenden Digitalisierung mit neuen Formen von Materialität und ihren jeweiligen Darstellungsweisen einhergehend mit den relationalen Beziehungsnetzen menschlicher und nicht-menschlicher Akteure. Neben den beobachtbaren Entgrenzungen innerhalb dieses diversifizierten Tätigkeitsfeldes in der Kunst, ist unlängst eine Ausweitung des Kuratorischen in andere soziale Felder zu beobachten. Im Zentrum des Forschungsprojekts standen kuratorische Praktiken, die vor neue Herausforderungen in einem sich verändernden Feld der Kulturproduktion gestellt sind und die zu spezifischen kuratorischen Arbeitsweisen im Feld der Stadtentwicklung führen. Insbesondere traten hierbei jene kuratorischen Praktiken in den Blick, die auf den Umgang mit Projekten in öffentlichen Räumen sowie deren zunehmenden Verflechtung mit der Erhebung und Verarbeitung urbaner Daten an der Schnittstelle zur Wissenschaft zielen. Das Forschungsprojekt untersuchte anhand ausgewählter Fallbeispiele erstens die spezifischen Akteurskonstellationen und Organisationsweisen, die sowohl zu spezifischen (institutionellen) Kooperations- und Organisationsformen des Kuratorischen führen und insbesondere auf unterschiedlichen Formen von Zusammenarbeit beruhen (1). Es untersuchte zweitens die besonderen Arbeitsweisen der Akteure, die stadtplanerische Projekte nicht nur ‚zusammenstellen’, sondern maßgeblich ‚initiieren’. Es wurde überprüft, inwiefern die Komplexität, mit denen zeitgenössische Kurator_innen in Bezug auf die beschriebenen Paradoxien des Städtischen konfrontiert sind, nicht nur mit der Arbeit in kooperativen, häufig temporären Zusammenhängen verknüpft ist, sondern darüber hinaus mit der Herausbildung neuer Arbeitsweisen verbunden ist, deren Maß an Offenheit, Unsicherheit und Unplanbarkeit es auszuhalten gilt (2). Drittens wurde der Zusammenhang zwischen den kuratorischen Praktiken und dem Umgang mit den Paradoxien des Urbanen und Digitalen in Bezug auf die sogenannte Herstellung von Öffentlichkeit einer kritischen Betrachtung unterzogen und dabei unter anderem auch die Schnittstellen zu den (angewandten) Wissenschaften umfangreich beschrieben und analysiert (3). Überprüft wurde hierbei die forschungsleitende Hypothese, dass die kontextuellen Veränderungen des Kuratorischen im Zuge der ubiquitären Erhebung, Auswertung und Bereitstellung öffentlicher Daten neue urbane Kollaborationen hervorruft, die zu einem Kuratieren (in) der Stadt führen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung