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Stuck und Fliesen. Archäometrische und kunsthistorische Perspektiven zum Baudekor in Iran vom 11. bis 14. Jahrhundert

Fachliche Zuordnung Ägyptische und Vorderasiatische Altertumswissenschaften
Islamwissenschaft, Arabistik, Semitistik
Kunstgeschichte
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 399216810
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Techniken und Ästhetik des Baudekors im mittelalterlichen Iran sind seit langem ein wichtiges Thema in der Islamischen Kunstgeschichte. Das Forschungsprojekt verfolgt einen neuen systematischen Ansatz, um zentrale Fragen auf diesem Gebiet zu bearbeiten. Mit Methoden der Kunstgeschichte und der Archäometrie werden Informationen zu einer größeren Anzahl von Baudenkmälern gesammelt und ausgewertet. Im Blickfeld steht der Stuckdekor von Bauwerken, die im 11.-14. Jahrhundert (unter der Herrschaft der Seldschuken und der Ilchane) errichtet oder ausgeschmückt wurden. Hinzu kommen glasierte Fliesen als zweites wichtiges Element des Baudekors in vielen Bauten. Das Hauptziel des Projekts besteht in einem vertieften Verständnis der Ästhetik, die dem Baudekor der Seldschuken- und Ilchanzeit zugrunde lag. Vorausgesetzt wird, dass diese Oberflächendekorationen nicht nur einfach schmücken sollten, sondern klare Funktionen erfüllten, indem bestimmte Architekturelemente und Raumteile hervorgehoben wurden, um so beispielsweise die religiöse Bedeutung gebauter Räume zu unterstreichen. Eigenschaften von Funktion, Bedeutung, verfügbaren Materialien und künstlerischen Verfahren bestimmten die Ästhetik des Baudekors. Traditionen, in denen Künstler und Handwerker ausgebildet wurden, und ihre Fähigkeiten zur Innovation, flossen in die Herstellung des Baudekors ein. Dabei stellen sich Fragen nach der Hierarchie zwischen verschiedenen Materialien und Medien, nach dem Verhältnis von Ästhetik, Funktion und der Rolle der Auftraggeber, vor allem aber nach den Methoden, mit denen die Dekorateure ihre Entwürfe gestalteten und ausführten. Bauwerke in verschiedenen Regionen Irans wurden mit Blick auf Material und Ästhetik ihres überwiegend im Innern angebrachten Dekors untersucht. Die Feldforschung umfasste eine detaillierte Dokumentation und eingehende Untersuchung der historischen Kontexte in etwa einhundert Bauwerken und die Entnahme von Stuckproben aus etwa fünfzig Bauwerken, um Materialeigenschaften und Reste von Farbfassungen zu bestimmen. Die Ergebnisse archäometrischer Analysen werden mit Informationen aus schriftlichen Quellen und Inschriften zusammengebracht, um die Ästhetik des Dekors in einen historischen Kontext zu bringen. Mit der Forschung wird ein umfassenderes Verständnis von Bauwerken des mittelalterlichen Iran möglich. Der interdisziplinäre Ansatz verbindet Archäologie, Restaurierungswissenschaften und Kunstgeschichte. Auf diese Weise werden regionale Eigenheiten, Charakteristiken von Werkstätten und deren mögliche Wanderungen, sowie die Herkunft von Materialien beleuchtet. Auf dieser Grundlage werden Funktion, Ästhetik und Bedeutung der Ensembles aus Stuck, Fliesen und Wandmalerei diskutiert. Die umfassende und vergleichende Studie ermöglicht in Einzelfällen die Datierung von bislang undatierten Stuckarbeiten. Ergebnisse der Forschung können für die Konservierung beschädigter oder gefährdeter Baudenkmäler genutzt werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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