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Modellierung, Simulation und Emulation memreaktiver Bauelemente für selbstorganisierende Oszillatorschaltungen

Fachliche Zuordnung Elektronische Halbleiter, Bauelemente und Schaltungen, Integrierte Systeme, Sensorik, Theoretische Elektrotechnik
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 404291403
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Neben den bekannten passiven elektrischen Bauelementen postulierte Leon Chua 1971 den Memristor, einen nichtlinearen Widerstand mit Gedächtnis. Er findet unter anderem Anwendung in neuromorphen Rechenarchitekturen und das Interesse an ihm ist im letzten Jahrzehnt stark gestiegen. Neben Memristoren gibt es memreaktive Bauelemente wie Memspulen und Memkondensatoren, die bisher weniger untersucht sind und meist als parasitäre Effekte auftreten. Diese verlustlosen Bauelemente haben das Potential, analoge Rechner energieeffizienter und kompakter zu machen. Allerdings bleibt bei Modellierungsansätzen aus der Literatur die Eigenschaften der Passivität bzw. Verlustlosigkeit der idealen memreaktiven Bauelemente unberücksichtigt. Für schaltungstheoretische Untersuchungen sind diese Eigenschaften im Hinblick auf das Stabilitätsverhalten des Systems allerdings unerlässlich. In diesem Projekt wurden Memspulen und Memkondensatoren so modelliert, dass ihre Passivität und Verlustlosigkeit sichergestellt wurde. Ein memristiver LC-Schwingkreis, die sogenannte Antizipationsschaltung, wurde mit memreaktiven Bauelementen so erweitert, dass eine selbstorganisierte Anpassung der Resonanzfrequenz und Güte möglich wurde, was eine Wellendigitalemulation (WD Emulation) der Schaltung zeigte. Dies stellt eine signifikante Verbesserung dar, da nun auch zeitlich unregelmäßige Muster antizipiert werden können. Weitere Untersuchungen befassten sich mit der Kopplung von örtlich verteilten Oszillatoren mit besonderem Fokus auf den Mechanismen der Topologiebildung. Die Ergebnisse des Projekts liefern wichtige Erkenntnisse für die Modellierung, Emulation und Anwendung von memreaktiven Bauelementen und weisen den Weg für zukünftige energieeffiziente neuromorphe Rechenarchitekturen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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