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Definierbarkeit und Entscheidbarkeit in globalen und lokalen Körpern

Antragsteller Professor Dr. Arno Fehm
Fachliche Zuordnung Mathematik
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 404427454
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Ein mathematisches Problem heißt entscheidbar, wenn es, grob gesagt, einen Algorithmus gibt, der für jede mögliche Eingabe die korrekte Antwort berechnet. Entscheidbarkeitsfragen in der Zahlentheorie haben eine lange Tradition, die mindestens bis zu Hilberts zehntem Problem über die Unentscheidbarkeit diophantischer Gleichungen zurückreicht: Gibt es einen Algorithmus, der bestimmt, ob ein gegebenes Polynom mit ganzzahligen Koeffizienten ganzzahlige Nullstellen besitzt? Heutzutage bilden diese ein lebhaftes und sehr interdisziplinär ausgerichtetes Forschungsgebiet mit Einflüssen aus der Zahlentheorie, der arithmetischen Geometrie, der Galoistheorie, der Modelltheorie (mathematische Logik) und der Komplexitätstheorie (theoretische Informatik). Bedeutende offene Fragen sind hier die Entscheidbarkeit der existentiellen Theorie des Körpers der rationalen Zahlen (also die Frage, ob es einen Algorithmus gibt, der entscheidet, ob ein gegebenes Polynom eine rationale Nullstelle hat) und anderer sogenannter globaler Körper, sowie die Entscheidbarkeit der vollen Theorie in Logik erster Stufe eines lokalen Körpers positiver Charakteristik, also eines Potenzreihenkörpers über einem endlichen Grundkörper. Solche Entscheidbarkeitsfragen sind in diesem Gebiet oft eng mit Definierbarkeitsfragen verknüpft: Welche Teilmengen eines Rings oder Körpers sind diophantisch, also Projektion der Nullstellenmenge eines Polynoms, oder allgemeiner durch eine Formel in Logik erster Stufe in der Sprache der Ringe definierbar? Dieses Projekt hat Beiträge zu Fragen von Definierbarkeit und Entscheidbarkeit in globalen und lokalen Körpern und allgemeiner in algebraischen Körpern, Funktionenkörpern und henselsch bewerteten Körpern geleistet. Unter den Höhepunkten sind Ergebnisse über diophantische Mengen in Potenzreihenkörpern über algebraischen Körpern, Einblicke in die existentielle Theorie globaler Körper, eine topologische Beschreibung definierbarer Mengen in rationalen Funktionenkörpern über lokalen Körpern, eine Charakterisierung jeder endlich erzeugten Ringerweiterung eines lokalen Körpers durch einen Satz in Logik erster Stufe (innerhalb dieser Klasse) und die Entwicklung einer Modelltheorie henselsch bewerteter Körper positiver Charakteristik unter Auflösung von Singularitäten.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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