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Die nachsportliche Karriere (ehemaliger) professioneller Fußballspieler: Eine lebenszyklusorientierte Analyse.

Antragsteller Privatdozent Dr. Werner Pitsch, seit 6/2021
Fachliche Zuordnung Wirtschaftstheorie
Empirische Sozialforschung
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 404929781
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt überprüfte die Lebenszyklusthese hinsichtlich des Konsum- und Sparverhaltens ehemaliger Profifußballer in Bezug auf ihre nachsportlichen Karrierepfade und sozioökonomischen Bedingungen. Die Untersuchung konzentrierte sich auf die Verbindung zwischen sportlicher Karriere, beruflichem Erfolg, Einkommensströmen und beruflichen Positionen. Trotz vorheriger Befunde über Schwierigkeiten ehemaliger Spieler beim Übergang in den Ruhestand fehlte es an repräsentativen Daten für duale Karriereprogramme. Um diese Forschungslücken mittels quantitativer Verfahren zu schließen, wurde ein Befragungsinstrument entwickelt und im Oktober 2019 gestartet. Die Auswertung konzentrierte sich auf ehemalige männliche Profifußballspieler. Die Ergebnisse zeigten, dass die psychischen Probleme langfristig unter dem Durchschnitt lagen. Ehemalige Spieler bewerteten ihren sozialen Status und ihr aktuelles Einkommen eher positiv als die Vergleichsgruppe. Die berufliche Laufbahnzufriedenheit war hoch, keiner war arbeitslos. Trotz Limitationen deuten die Ergebnisse auf eine eher positive nachsportliche Situation für ehemalige Profifußballer hin, im Gegensatz zum oft vermittelten medialen Bild eines problematischen Übergangs in den Ruhestand. Die ergänzende qualitative Analyse des Sparverhaltens der Spieler enthüllte eine große Heterogenität. Trotz der Möglichkeit zur finanziellen Vorsorge während der Profikarriere gelang dies nicht allen. Die Transition von der aktiven Karriere zur nachsportlichen Laufbahn war eine Herausforderung, insbesondere aufgrund von Einkommenseinbußen und Arbeitslosigkeit. Für einen erfolgreichen Übergang von der Profikarriere in die nachsportliche Laufbahn erwiesen sich die Anpassung des Konsumverhaltens und die Generierung neuen Einkommens als entscheidend. Spieler mit ausreichender finanzieller Vorsorge zeigten auch vor einem unerwarteten Karriereende eine erfolgreiche Transition, während bei nicht ausreichender Vorsorge das Konsumverhalten sich als entscheidender Faktor erwies. Spieler mit hohem Konsum und geringer Vorsorge hatten Schwierigkeiten, sich nach der Transition anzupassen. Die Generierung von Einkommen außerhalb des Fußballs, insbesondere durch die Nutzung der Bekanntheit als ehemaliger Profi, war häufig zu beobachten. Die meisten Spieler erlebten eine erfolgreiche Transition zur nachsportlichen Karriere, und nur wenige berichteten über ernsthafte finanzielle Schwierigkeiten nach dem Ausstieg aus der Profikarriere. Investitionen in die berufliche Ausbildung können ebenfalls helfen, den Übergang in die nachsportliche Karriere erfolgreich zu gestalten. Allerdings zeigt sich, dass viele Fußballprofis Schwierigkeiten haben, aufgrund ihrer zeitlichen Verpflichtungen im Fußball ausreichend in ihre berufliche Qualifikation zu investieren. Solche Investitionen in Humankapital sind allerdings auch für Profi-Fußballer während der Karriere wenig interessant, da sie der Vorbereitung auf künftige Lebensphase mit erwarteten geringeren Einkommen dienen. Trotzdem hat die Mehrheit der befragten Profifußballer berufsqualifizierende Maßnahmen in Anspruch genommen, einige davon auch parallel zur sportlichen Karriere.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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