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Materialitäten medizinischer Kultur in/zwischen Europa und Ostasien

Fachliche Zuordnung Wissenschaftsgeschichte
Asienbezogene Wissenschaften
Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 405860540
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das gemeinsame Forschungsprojekt brachte Medizinhistoriker_innen und - soziolog_innen in Deutschland und Taiwan zusammen, deren Interesse der Geschichte von Materialitäten, materieller Kultur und der Verflechtung von materiellen und epistemischen Kulturen galt, wobei der Schwerpunkt auf der Gesundheitsversorgung lag. Im Laufe des Projekts wurden zwei Untergruppen gebildet. Beide Gruppen arbeiteten an Themen, welche die Geschichte Ostasiens und Europas in Fallstudien mit einer kontinuierlichen Diskussion im Netzwerk verbanden. „Cultural History of Drugs“ untersuchte die Konstruktion und Dekonstruktion medizinischer Kultur. Hier fand die materielle Kultur besondere Berücksichtigung. Um die Konstruktion und Herstellung von Medikamenten zu interpretieren, wurden die theoretischen Grundlagen und Methoden des Gebrauchs von Arzneimitteln und medizinischen Instrumenten untersucht und die kulturell geprägten Eigenschaften von Arzneimittelinhaltsstoffen betrachtet. Im Zusammenhang der Pflege des Körpers thematisierte „Body & Care“ kulturelle Normen, soziale Bedürfnisse, Personal, materielle Instrumente und Technologien. Die analysierten Bereiche umfassten persönliche und öffentliche Hygiene, die Pflege des Lebens (yangsheng), Soma-Psychologie sowie die Alten- und Behindertenpflege. Die Fallstudien beider Gruppen bauten auf der Zusammenarbeit von deutschen und taiwanesischen Kolleg_innen vor Ort auf. Die Wege, die Substanzen, medizinische Materialien, Wissen und Praktiken zwischen Ostasien und Europa genommen haben, lassen sich über archivierte und publizierte Quellen in deutscher, französischer, englischer, chinesischer und japanischer Sprache nachzeichnen. Der beste Weg, den Fluss von Informationen (und Nicht-Informationen), Stoffen und praktischem Wissen zu verstehen, bestand darin, sich dem Thema in gemischten Teams zu nähern. Darüber hinaus ermöglichte es das gemeinsame Forschungsprojekt, das Studium deutschsprachiger Bestände in taiwanesischen Archiven zu forcieren. Die Gruppe organisierte mehrere Workshops und Panels auf internationalen Konferenzen. Auf diese Weise gelang es, sich international mit Kolleg_innen auszutauschen, deren Forschungsthemen mit dem Forschungsschwerpunkt der Gruppe in Verbindung stehen. Die Forschungsergebnisse bilden eine Grundlage für die vertiefende Reflexion historiographischer Methoden an der Schnittstelle zwischen ostasiatischer und europäischer Medizinkulturgeschichte, besonders unter dem Blickwinkel der Materialität.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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