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Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) vs. Behavioral Activation (BA) bei stationären Patienten mit persistierend depressiven und therapieresistenten Störungen: Wirksamkeit, Moderatoren und Mediatoren der Veränderung

Fachliche Zuordnung Persönlichkeitspsychologie, Klinische und Medizinische Psychologie, Methoden
Klinische Psychiatrie, Psychotherapie und Kinder- und Jugendpsychiatrie
Förderung Förderung seit 2020
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 405994555
 
Bis zu 30 % der Betroffenen von Depressionen entwickeln eine Persistierende Depressive Störung (PDD) – eine häufig einschränkende und schwer behandelbare Erkrankung. Das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) ist die bislang einzige Psychotherapieform, die speziell für die Behandlung von PDD entwickelt wurde. Während mehrere randomisiert-kontrollierte Studien (RCTs) die Wirksamkeit von CBASP im ambulanten Setting belegen konnten, ist die Evidenzlage für den Einsatz im stationären Bereich bislang begrenzt. Erste Pilotstudien zu CBASP in stationären Programmen in Deutschland zeigen vielversprechende Ergebnisse hinsichtlich Machbarkeit und Wirksamkeit. Allerdings liegen bisher keine RCTs vor, die systematisch deren Ergebnisse evaluiert haben. Die vorliegende Studie stellt die erste randomisiert-kontrollierte Studie dar, die Kurz- und Langzeiteffekte sowie die Sicherheit von CBASP im Vergleich zu Behavioral Activation (BA) – einer leitliniengerechten Erstlinienbehandlung bei Depression – in einem intensiven, multimodalen stationären Setting untersucht. In dieser prospektiven, multizentrischen, verblindeten RCT Studie mit aktiver Kontrollgruppe sollen 396 Erwachsene (18–75 Jahre) mit therapieresistenter PDD an acht deutschen Universitätskliniken rekrutiert werden. Die Teilnehmenden werden randomisiert entweder (1) CBASP oder (2) BA innerhalb eines intensiven Behandlungsprogramms erhalten, bestehend aus 10 Wochen Akutbehandlung im stationären und/oder teilstationären Setting, gefolgt von einer 6-wöchigen ambulanten Erhaltungstherapie. Die primären und sekundären Zielkriterien werden zu mehreren Zeitpunkten erhoben: Baseline (T0), Behandlungsbeginn (T1), nach 5 und 10 Wochen Akutbehandlung (T2, T3), am Ende der Erhaltungstherapie (T4, Woche 16) sowie alle zwei Monate bis Woche 64 (T5, naturalistisches Follow-up). Primärer Endpunkt ist die Veränderung der Depressionsschwere, gemessen mit der 24-Item-Version der Hamilton-Depressionsskala (HDRS-24), nach 16 Wochen Behandlung (von T0 bis T4). Sekundäre Endpunkte umfassen Response-, Remissions-, Verschlechterungs- und Rückfallraten, selbstberichtete Depressions- und Angstsymptome sowie weitere psychologische Variablen. Zudem erfolgt eine gesundheitsökonomische Kosten-Nutzen-Analyse der beiden Interventionen. Darüber hinaus werden in dieser Studie Möglichkeiten der personalisierten Therapiezuweisung sowie Veränderungsmechanismen (Moderatoren und Mediatoren der Behandlungseffekte) untersucht. Die Ergebnisse dieser Studie sollen Behandelnden eine evidenzbasierte Entscheidungshilfe bei der Wahl zwischen CBASP und BA im stationären Kontext für Betroffenen von therapieresistenter PDD bieten.
DFG-Verfahren Klinische Studien
 
 

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