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Spider’s Adhesion (SpiA) Charakterisierung der ökologischen Nische cribellater und ecribellater Spinnen anhand der Funktion und Evolution ihrer Fangfäden

Antragstellerin Dr. Anna-Christin Joel
Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Biochemie und Physiologie der Tiere
Biomaterialien
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 406021806
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Spinnen verwenden unterschiedliche Strategien zum Beutefang. Auffällig sind dabei ihre Netze zum Beutefang. Je nach Spinnenart können dafür unterschiedliche Fangfadenarten verwendet werden. So nutzen cribellate Spinnen nanofaserige Fangfäden, wohingegen ecribellate Spinnen entweder einen Kleber aus nicht getrockneter Seide auf ihre Fangfäden aufbringen oder keine spezialisierten Fangfäden verwenden. Übliche Beutetiere von Spinnen sind Insekten, welche mit einer wachsartigen Schicht aus kutikulären Kohlenwasserstoffe (CHCs) überdeckt sind. Diese sind wichtig unter anderem als Verdunstungsschutz und zur Kommunikation. In diesem Projekt konnte beobachtet werden, dass die CHCs der Insekten bei allen Spinnen maßgeblich die Klebekraft der Fangfäden beeinflussen, meist zum Vorteil der Spinne. Dabei scheinen klebrige Fangfäden von der Zusammensetzung der CHCs beeinflusst zu werden, wohingegen bei cribellaten Fangfäden lediglich CHCs vorhanden sein müssen, um die Adhäsionskraft zu erhöhen. Der Klebemechanismus dieser Fäden scheint dabei auf eine molekulare Interaktion zwischen cribellater Seide und CHCs zurück zu führen zu sein. Dies führt zu einer deutlichen Veränderung der mechanischen Eigenschaften dieser Fangfäden. Bei Beutespektrumsanalysen deutete sich an, dass cribellate Spinnen durch ihren universal wirkenden Mechanismus eher Generalisten und Spinnen mit klebrigen Fangfäden spezialisiert auf bestimmte Beutetiere sein könnten. Die Klebekraft aller Fangfäden wird aber nicht nur von den CHCs beeinflusst: Vergleiche mit realen Oberflächen von Beutetieren zeigten, dass auch die Oberflächenstruktur, wie beispielsweise Setae, einen Einfluss haben. Cribellate Spinnen hingegen sind überdeckt mit Nanorillen, welche dafür sorgen, dass sie nicht an ihren eigenen Fangfäden haften bleiben.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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