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GEOPAL – Geotoprekonstruktion und Bioökonomisches Potential in Paläolithischen Fundplatzterritorien

Antragsteller Dr. Florian Sauer
Fachliche Zuordnung Ur- und Frühgeschichte (weltweit)
Förderung Förderung von 2018 bis 2022
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 407399340
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Durch das gesamte Paläolithikum hindurch war die Nutzbarkeit unterschiedlicher, biogener Ressourcen für das menschliche Überleben von zentraler Bedeutung. Die Verteilung verschiedener Habitate unterschiedlicher Tier- und Pflanzenarten, die für die Menschen des Paläolithikums wichtig waren, wurde in der Landschaft durch eine Reihe unterschiedlicher Faktoren bestimmt. Ein zentraler Einfluss auf die Verteilungsmuster dieser Biotope ist dabei die lokale und regionale Topographie. Zahlreiche Rahmenbedingungen wie Feuchtigkeitsverteilung, Sonneneinstrahlung oder Erosion determinieren die Habitate. Ziel des Projektes war, landschaftliche Zusammensetzungen zu quantifizieren und mit jungpaläolithischen Fundplatzverteilungen in Europa und der Levante zu verknüpfen. So sollten Zusammenhänge zwischen Fundplatzlage und umgebender Topographie erkannt werden, die Rückschlüsse auf Entscheidungsmuster hinsichtlich der Lagerplatzwahl der prähistorischen Menschen zulassen. Als Kennwert für die Landschaftsausprägung wurde hierbei die Einheit der "Landform" genutzt, die hier als Stellvertreter diskreter Physiotope fungiert. Die zeitliche Untergliederung des Jungpaläolithikums vom frühen Jungpaläolithikum bis in das Spätpaläolithikum erlaubte dabei die diachrone Untersuchung potentieller, menschlicher Adaptionsleistungen an die sich verändernden Habitatmuster. Qualitative und quantitative Analysen konnten Zusammenhänge zwischen der Lage paläolithischer Lagerplätze und ihrer Umgebungstopographie zeigen. Generell zeigte sich, dass kühlere Klimabedingungen mit einem Rückzug der Jäger und Sammler in topographisch heterogene Refugien einher gingen. Dies könnte möglicherweise eine Methode der Risikominimierung durch ein heterogeneres Ressourcenangebot gewesen sein. In wärmeren Phasen wandten sich die Menschen hingegen eher homogeneren Landschaften zu, um eine Vergrößerung des zugänglichen Volumens spezifischer Ressourcen zu ermöglichen. Dies kann mit einer größeren Stabilität der Ressourcenverfügbarkeit in wärmeren Phasen zusammenhängen. Die wärmeren Klimabedingungen schränkten zudem - bedingt durch die dichtere Vegetationsbedeckung -die Landschaftszugänglichkeit ein. Gleichsam öffnete sich die Landschaftsbedeckung während kälterer Phasen verstärkt und erlaubte möglicherweise die Nutzung sonst unwegsamerer Regionen. Das Anpassungsverhalten variierte regional zum Teil stark und konnte in Einzelfällen auch signifikant vom generellen Trend abweichen. Die Arbeiten wurden im Rahmen einer Promotionsarbeit an der Universität zu Köln durchgeführt und als digitale Monographie publiziert.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

  • Diachronic Perspectives on Upper Palaeolithic Landscape Accessibility, Quartär 68
    Schoenenberg, Jonathan & Sauer, Florian
  • Untersuchungen zur Jungpaläolithischen Landnutzung Europas und der Levante. Dissertation an der Universität zu Köln. Betreuer: Prof. Dr. Jürgen Richter
    Schoenenberg, Jonathan
 
 

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