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Saisonale Tang-Primärproduktion an einem Felsküstenstandort: Integration von Physiologie und Biochemie in eine ökologische Modellierung

Antragsteller Professor Dr. Ulf Karsten, seit 4/2019
Fachliche Zuordnung Ökologie und Biodiversität der Pflanzen und Ökosysteme
Pflanzenphysiologie
Förderung Förderung von 2018 bis 2025
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 407670545
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Projekt stellt eine erste saisonale photophysiologische Studie über den Seetang Laminaria hyperborea dar. Wir haben erfolgreich eine Methode zur Messung der Sauerstoffproduktion in Makroalgen angewandt und Photosynthese versus Licht Kurven in L. hyperborea unter stabilen Bedingungen gemessen. Mit diesem Aufbau haben wir die Sauerstoffproduktion in Algen aus verschiedenen Tiefen, entlang des Phylloidgradienten und in verschiedenen Temperaturszenarien (Umgebung und Δ+4°C) während aller vier Jahreszeiten gemessen. Die Ergebnisse zeigten eine hohe Photoakklimatisierung entlang des Tiefengradienten, d.h. es war weniger Licht erforderlich, um die Photosynthese der Algen aus größerer Tiefe zu sättigen. Entlang des Thallusgradienten zeigte die Sauerstoffproduktion nur Unterschiede, wenn sie auf die Frischmasse normiert wurde, nicht aber, wenn sie auf die Oberfläche bezogen wurde. Wir empfehlen daher eine Normierung auf die Fläche, um Unterschiede aufgrund der Masse der mittleren, photosynthetisch inaktiven Zellschichten auszuschließen. Wir untersuchten die photosynthetische Leistung in Form von O2-Freisetzung und C-Fixierung und berechneten saisonale photosynthetische Quotienten (PQs). Während die Sauerstoffproduktion in den lichtstarken Jahreszeiten im Frühjahr und Sommer deutlich höher war, wurde für die C-Fixierung nur eine geringe saisonale Abhängigkeit mit der gleichen Tendenz wie beim Sauerstoff festgestellt. Die PQ- Werte waren im Sommer am höchsten. Zusätzlich zu den saisonalen Messungen wurden während der Sommerkampagne auch die Zusammenhänge zwischen Bedeckung und Biomasse erfasst. Diese Korrelation ermöglichte die Umwandlung von früheren Bedeckungsauf Biomasse-Daten. Die Daten zum Blattflächenindex wurden für unsere Modellierung der Nettoprimärproduktion (NPP) verwendet. Das Erwärmungsszenario, bei dem alle Messungen im Vergleich zur Umgebungstemperatur durchgeführt wurden, hatte eine stimulierende Wirkung und verstärkte das saisonale Muster. Im Winter und im Sommer waren die NPP-Raten zwischen dem Erwärmungsszenario und der aktuellen Temperatur vergleichbar, aber im Frühjahr stimulierte die erhöhte Temperatur die NPP-Raten erheblich, während im Herbst die NPP-Raten unter Erwärmungsbedingungen negativ beeinflusst wurden. Dies unterstreicht einmal mehr die Bedeutung saisonaler Untersuchungen, da die Auswirkungen steigender Wassertemperaturen von Jahreszeit zu Jahreszeit völlig unterschiedlich sein können. Wir berechneten auch ein ganzjähriges Kohlenstoffbudget, um ein besseres Verständnis für die Verteilung des fixierten Kohlenstoffs in den verschiedenen zellulären Prozessen zu erhalten. Auch hier zeigte sich die typische Saisonalität mit Wachstumsmaxima im Frühjahr und Winter, während die Speicherung von Reservestoffen eher im Frühjahr und Sommer stattfand. Schließlich haben wir begonnen, ein dynamisches Modell der Primärproduktion zu entwickeln. Da L. hyperborea nicht in allen Jahreszeiten wächst, kann das bestehende wachstumsbasierte Modell die Daten nicht in allen Jahreszeiten angemessen darstellen, und für diese Umsetzung sind weitere Anpassungen erforderlich, die über dieses Projekt hinaus vorgeführt werden.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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