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Verbesserung von Hämokompatibilität in der Therapie mit Herzunterstützungssystemen unter Verwendung physiologischer Regelungsstrategien.

Fachliche Zuordnung Strömungs- und Kolbenmaschinen
Biomedizinische Systemtechnik
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 409796053
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Der Einsatz von rotierenden linksventrikulären Herzunterstützungssystemen (LVADs) ist zu einer Standardbehandlung für Patienten mit fortgeschrittener Herzinsuffizienz geworden. Durch die schnelle Rotation des Impellers in diesen Geräten sind die roten Blutkörperchen jedoch unphysiologisch hohen Scherraten ausgesetzt. Dies führt zur Schädigung der Zellen, was auch als Hämolyse bezeichnet wird. Ziel des Projekts HeVAD war es, zu untersuchen, ob die Minimierung von Hämolyse in LVAD Regelstrategien integriert werden kann. Dabei wurde hauptsächlich die Axialflusspumpe Sputnik1 untersucht. Die entwickelte Methodik kann jedoch auch auf andere rotierende LVADs angewendet werden. Zunächst wurde eine automatisierte Version des Hämolyse-Prüfstands gemäß der Norm ASTM-F1841 entwickelt und zur Durchführung von Hämolyse-Versuchen bei verschiedenen relevanten LVAD Betriebsbedingungen verwendet. Weiterhin wurde ein dynamisches Modell der LVAD- induzierten Hämolyse entwickelt und unbekannte Parameter anhand von experimentellen Daten identifiziert. Anschließend wurde das Hämolyse-Modell mit einem Modell des LVAD- unterstützen Kreislaufsystems kombiniert. Durch die Untersuchung der geschätzten Hämolyse für verschiedene konstante Drehzahlen bei verschiedenen Zuständen des kardiovaskulären Systems wurde festgestellt, dass ein Hämolyse-minimierender Regler die Drehzahl der Sputnik1 Pumpe möglichst niedrig wählen sollte. Darüber hinaus wurde ein dynamischer Hämolyse-Prüfstand entwickelt, der auch berücksichtigt, dass LVAD Patienten typischerweise noch über Restherzaktivität verfügen. Der Prüfstand wurde bereits auf seine Hämokompatibilität hin evaluiert und soll in zukünftigen Studien zur Bewertung von LVADs unter relevanteren Betriebsbedingungen eingesetzt werden. Die (Teil-)Ergebnisse wurden in 8 wissenschaftlichen Fachzeitschriften und 6 Konferenzen veröffentlicht.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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