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Fremdheit und monarchische Herrschaft im Ersten Weltkrieg: Eine Krise der transnationalen Monarchie, 1914-1927

Fachliche Zuordnung Neuere und Neueste Geschichte (einschl. Europäische Geschichte der Neuzeit und Außereuropäische Geschichte)
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 410402546
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Das Forschungsprojekt hat das Phänomen fremdstämmiger Monarchinnen und Monarchen im 19. Jahrhundert, dem Ersten Weltkrieg und der Zwischenkriegszeit untersucht. Die europäisch vergleichende Analyse mit besonderem Fokus auf Rumänien und Belgien hat dabei die Auswirkungen des zunehmenden Nationalismus auf die Identität, Legitimität und internationale Wahrnehmung fremdnationaler Königinnen und Könige in den Blick genommen. Trotz der zunehmenden Bedeutung nationaler Ideen im 19. Jahrhundert und der damit verbundenen Ablehnung jeglicher Form von Fremdherrschaft, war die europäische Staatenordnung des 19. und frühen 20. Jahrhunderts von der Neugründung national legitimierter Staaten unter fremdstämmigen Herrschern mitgeprägt. Der paradox erscheinende Import „fremder“, also im Ausland geborener und aufgewachsener Prinzen, als Herrscher junger Nationalstaaten entwickelte sich in der Zeit zwischen dem Ende des Wiener Kongresses 1815 und den Pariser Friedensverträgen von 1918/19 zum dominanten Modell sezessionistischer Staatsgründungen. Zusätzlich blieb die traditionelle, transnationale Heiratspraxis des europäischen Hochadels von dem Nationalisierungsprozess der Monarchie unberührt. In einem ersten Teil hat das Projekt die internationalen Hintergründe und die nationale Legitimation dieser Beispiele monarchischer Fremdheit herausgearbeitet und deren Verhältnis zum zeitgenössischen Nationalismus erklärt. In einem zweiten Teil fokussiert sich das Projekt auf den Ersten Weltkrieg als Krisenmoment der transnationalen Monarchie. Angesichts der Verbreitung aggressiver Kriegsnationalismen mussten sich fremdstämmige Königinnen und Könige unweigerlich zur Frage von nationaler Zugehörigkeit und Loyalität positionieren. Mit ihrem multiperspektivisch-vergleichenden Zugang konnte die Arbeit dabei die Auswirkungen der fremden Herkunft von Monarchinnen und Monarchen auf nationale und internationale Debatten während des Ersten Weltkriegs sowie die Effekte der Kriegsentwicklungen auf das politische Konzept der Fremdmonarchie und Rolle des Konzepts in der europäischen Neuordnung 1918/1919 erschließen. Hierzu wurden die Wahrnehmungen nationaler Öffentlichkeiten, die Ansichten der politischen Führungen der am Krieg beteiligten Großmächte sowie der Umgang der Monarchinnen und Monarchen selbst mit ihrer im Krieg problematisierten Fremdheit herausgearbeitet. In einem letzten Teil verfolgte das Projekt die langfristigen Auswirkungen des Ersten Weltkriegs auf die transnationalen europäischen Monarchien und das Phänomen monarchischer Fremdheit in der Zwischenkriegszeit weiter. Dabei wurden Rekonstruktionsprozesse transnationaler Netzwerke genauso wie die Weiterentwicklung nationaler Legitimationsstrategien gleichermaßen analysiert. Durch diesen Aufbau konnte das Projekt die Aushandlungsprozesse von Nationalität und Legitimität im 19. und 20. Jahrhundert beleuchten und zu einem besseren Verständnis der Rolle der Monarchie im Zeitalter des Nationalismus beitragen.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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