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Land and Landscapes in Mamluk and Ottoman Egypt (13th-18th Centuries)

Subject Area Islamic Studies, Arabian Studies, Semitic Studies
Term from 2019 to 2024
Project identifier Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Project number 411065027
 
Final Report Year 2024

Final Report Abstract

Das EGYLandscape-Projekt entstand aus dem Desiderat, das in verschiedenen Disziplinen der Forschung neuerwachte Interesse der letzten fünfzehn Jahre an der ländlichen Geschichte des spätmittelalterlichen und frühneuzeitlichen (d. h. osmanischen) Ägypten zusammenzuführen. Denn einerseits gibt es Wissenschaftler, die mit schriftlichen narrativen, administrativen, steuerlichen und katasterbezogenen Quellen arbeiteten. Sie tendieren die Sicht der Zentrale und der Institutionen wieder zu geben. Um dies auszugleichen, setzte das Projekt auf die Einbindung von Geomorphologie, Kartographie. Archäologie. Hier ergab sich dann die Problematik, dass vor 1800 keine genauen Karten vorliegen und nach dem 11. Jahrhundert kaum Archäologische Erkenntnisse, weil die Forschung in Ägypten Schwerpunkt in der Pharaonischen Geschichte setzt. Um dies auszugleichen, erfolgte die Entwicklung eines Web-GIS, um die Quellen mit ägyptischen Orten des Mittelalters verbinden zu können. Dabei helfen auch die Karten des neunzehnten und der ersten Hälfte des zwanzigsten Jahrhunderts, weil viele Veränderungen des Niltals und des Deltas erst danach stattfanden. Die früheren Karten können also immer noch als Annäherung an das geographische Mittelalter dienen. Im Verlaufe des Projektes kristallisierten sich inhaltlich vier Bereiche heraus, in denen sich thematische Schwerpunkte ausbilden konnten: 1) Geoarchäologie, Geomorphologie und Klimafragen (inklusive der Wasserwirtschaft); 2) Landnutzung und Landbesteuerung im islamischen Mittelalter; 3) Verhältnis zwischen Beduinen und urbaner Landbevölkerung; 4) Flora und Fauna im mittelalterlichen Ägypten. Das Ziel des Projektes bestand darin, das Spektrum der behandelten Quellen und Themen zu erweitern und beispielsweise Ergebnisse der zoologischen und medizinischen Literatur aus der Mamluken-Zeit zu heben, wobei es einerseits um Fragen der Jagd oder der Vogelmedizin ging. Weitere spannende Fragen drehten sich um die Frage des Verhältnisses von Sesshaften zu Beduinen, wobei die beteiligten Forscher (Michel/Rapoport) davon ausgehen, dass sich das Verständnis, was unter Araber und/oder Beduine zu verstehen ist, grundsätzlich neu zu bewerten sei. Auch im Bereich der Geomorphologie und Klimafragen sind durch weitere synergetische Arbeiten schöne Ergebnisse zu erwarten, etwa der Nachweis der kleinen Eiszeit aber auch die Verläufe des Nils und Ernteerträge. Am besten sind wir noch im Bereich der ägyptischen Steueradministration informiert, dennoch fanden hier ebenfalls durch das Projekt Neubewertungen statt, die auf eine deutlich aktivere Fiskalpolitik lokaler und zentraler Akteure hindeuten als bisher angenommen. Als Fazit kann man ausführen, dass in dieser Thematik noch zahlreiche Potentiale schlummern.

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