Detailseite
Projekt Druckansicht

WECHSELBEZIEHUNG ZWISCHEN TEKTONOMORPHEN PROZESSESN UND DER UMWELTENTWICKLUNG IN DER ARKTIS Teil I: Tektonische und thermische Entwicklungsgeschichte von Nord und Nordost-Grönland während des Känozoikums

Fachliche Zuordnung Paläontologie
Förderung Förderung von 2018 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 412852745
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Projekt untersuchten wir die Entstehung des Eureka-Orogens in der Hocharktis, sowie dessen Zerfall im Zuge der Öffnung des nördlichen Nordatlantiks. Unser Untersuchungsgebiet befand sich im Kernbereich des Eureka-Gebirges im nördlichen und östlichen Nordgrönland und - über Gebirge während des Paläozäns, des frühen und mittleren Eozäns und während des frühen Oligozäns episodisch exhumiert wurde, weitgehend zeitgleich mit den anderen Segmenten des Eureka-Gebirges in Kanada und Svalbard. Die Exhumierung wurde vermutlich hauptsächlich durch Strike-Slip-Bewegungen entlang eines großen kontinentalen Transformstörungssystems, der De Geer Fault Zone (DGFZ), gesteuert. Unserem Strukturmodell zufolge waren die Bewegungen entlang der DGFZ nicht, wie bisher angenommen, auf das östliche Nordgrönland beschränkt, sondern verliefen quer durch und über Nordgrönland hinaus. Die Hauptperiode der Topographiebildung war vermutlich das mittlere Eozän. Zu diesem Zeitpunkt wurden Sedimentbecken aus den früheren Stadien des Eurekan invertiert und in die eurekanische Tektonik einbezogen. Entsprechende Indikatoren in marinen Sedimenten des arktischen Ozeans und des Nordatlantiks deuten darauf hin, dass es zeitgleich zu ersten kontinentalen Vereisungen in der Arktis gekommen ist. Die Störungszonen der DGFZ boten Wegsamkeiten für Wärme- und vermutlich auch für Fluidtransport, was zu mehreren Aufheizereignissen entlang der (späteren) Nordatlantik-Ränder führte. Die Reaktivierung dieser thermisch geschwächten Zonen ebnete den Weg für den Zerfall des Eureka-Gebirges und führte schlussendlich zum kontinentalen Aufbruch und zur Öffnung des nördlichen Nordatlantik. Unsere Ergebnisse unterstreichen den Stellenwert kontinentaler Transform-Störungen und ererbter Strukturen für den Prozess der Bildung passiver Kontinentalränder.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

Zusatzinformationen

Textvergrößerung und Kontrastanpassung