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Offenes Argument-Mining

Antragstellerinnen / Antragsteller Professorin Dr. Iryna Gurevych; Professor Dr. Steffen Staab
Fachliche Zuordnung Bild- und Sprachverarbeitung, Computergraphik und Visualisierung, Human Computer Interaction, Ubiquitous und Wearable Computing
Förderung Förderung von 2018 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 413534432
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

In diesem Projekt befassten wir uns mit drei großen Herausforderungen des Open Argument Minings: (C1) Umgang mit Argumenten, die neue Aspekte in die Debatte einbringen, (C2) Umgang mit unvollständigen ausgeführten Argumenten und (C3) Konstruktion eines offenen Wissensgraphen für das Argument-Mining. Für die erste Herausforderung haben wir Experimente mit heterogenen Daten aus verschiedenen Themen und Quellen durchgeführt. Zunächst befassten wir uns mit der Suche nach Argumenten auf zwei themenoffenen Benchmark-Datensätzen mit unterschiedlichen Foundation Models. Wir konnten zeigen, dass moderne Argument-Mining- Ansätze zwar nicht an menschliche Performanz heranreichten, allerdings konnten wir den Abstand deutlich verringern und Generalisierbarkeit auf zuvor unbekannte Themen demonstrieren. Anschließend entwickelten wir Methoden für die Erkennung von im Text geäußerten Haltungen (stance detection), wie Zustimmung oder Ablehnung. Anhand eines Benchmarks haben wir festgestellt, dass Modelle, die auf heterogenen Quellen trainiert wurden, Gefahr laufen, im Laufe der Zeit Verzerrungen aus einzelnen Quellen zu akkumulieren, so dass die Auswertung eines statischen Testdatensatzes alleine nicht ausreicht. Schließlich haben wir ein auf Bert basierendes Modell zur Erkennung von Argumentaspekten eingesetzt. Beim Umgang mit der zweiten Herausforderung stellten wir fest, dass die Verknüpfung von Argumenten eine effiziente Methode war, um mit unvollständigen Argumenten umzugehen. Unter den Ansätzen, die wir für die Wissensinjektion getestet haben, schien unstrukturiertes Wissen am besten geeignet zu sein, insbesondere wenn es für die Erkennung von Argumenten und den dort geäußerten Haltungen verwendet wurde. Wir haben den ASPECT-Korpus erstellt, der Paare von automatisch klassifizierten Satzargumenten für die Argumentverknüpfung enthält. Für die dritte Herausforderung konstruierten wir einen dynamischen offenen Wissensgraphen zur Unterstützung des Argument-Mining-Prozesses und einen Datensatz für die Verknüpfung von Entitäten, der ungesehene Entitäten annotiert. Außerdem haben wir eine neuartige Methode zur Einbettung von temporalen Wissensgraphen vorgeschlagen, um relevantes Wissen in nachgelagerte Argument-Mining-Anwendungen einzubinden. Somit konnten wir viele neue Algorithmen und Datensätze erstellen, und damit das Forschungsgebiet des Open Argument Minings erhellen. Eine wichtige offene Frage, die sich aus unserem Projekt ergibt, betrifft die effektive Erkennung von sich entwickelnden Argumenten in sozialen Medien und die Formulierung geeigneter Wissensgraphenschemata, um diese sich entwickelnden Argumente in den offenen Wissensgraphen zu integrieren.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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