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Assemblierung einer prokaryotischen Organelle durch Tic20-ähnliche Proteine

Antragsteller Dr. Rene Uebe
Fachliche Zuordnung Stoffwechselphysiologie, Biochemie und Genetik der Mikroorganismen
Förderung Förderung von 2019 bis 2023
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 414946895
 
Erstellungsjahr 2025

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Magnetotaktische Bakterien (MTB) bilden intrazelluläre Magnetitkristalle in spezialisierten Organellen, den sogenannten Magnetosomen. Die molekularen Mechanismen der Magnetosomenbildung sind bislang jedoch weitgehend unbekannt. Da magnetosomale MamF-ähnliche Proteine evolutionär mit Tic20, einer Kernkomponente der Plastidenbiogenese, verwandt sind, untersuchten wir ihre Rolle bei der Magnetosomenbildung. Nach der Entwicklung eines optimierten Protokolls zur Magnetosomenisolation identifizierten wir mittels proteomischer Analysen elf Proteine, deren Abundanz in den Magnetosomen einer Mutante, der alle MamF-ähnlichen Proteine fehlen, signifikant reduziert war. Unter diesen Proteinen zeigten MamD, MamJ und Mms5 die stärkste Reduktion und interagierten in bakteriellen Zwei-Hybrid-Tests mit MamF-ähnlichen Proteinen. Fluoreszenzmikroskopische und biochemische Untersuchungen zeigten, dass MamF-ähnliche Proteine die Assemblierung von Magnetosomen über einen diffusion-and-capture Mechanismus vermitteln. Die Magnetosomen-Lokalisation von MamJ erfordert essenziell das Vorhandensein einer glycinreichen C-terminalen Transmembranhelix, die auch in MamD und Mms5 vorkommt. Da diese Proteine nur mithilfe von Detergenzien aus Magnetosomen extrahiert werden können, scheinen sie stabil in der Magnetosomenmembran integriert vorzuliegen. Während frühere Modelle davon ausgingen, dass MamF-ähnliche Proteine die Magnetit-Biomineralisation direkt vermitteln, deuten unsere Ergebnisse somit darauf hin, dass sie stattdessen als organellspezifische Translokasen fungieren und Substratproteine in die Magnetosomenmembran integrieren. Unsere Erkenntnisse liefern somit neue Einblicke in die Mechanismen der Magnetosomenbildung und zeigen eine evolutionäre Verbindung zwischen bakteriellen und eukaryotischen Organellen auf. Dadurch tragen sie zu einem erweiterten Verständnis der prokaryotischen Organellenbiogenese bei.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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