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Gentherapie für Schwerhörigkeit und Taubheit

Fachliche Zuordnung Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Phoniatrie und Audiologie
Molekulare Biologie und Physiologie von Nerven- und Gliazellen
Förderung Förderung von 2019 bis 2024
Projektkennung Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) - Projektnummer 416116807
 
Erstellungsjahr 2024

Zusammenfassung der Projektergebnisse

Die Gentherapie für Schwerhörigkeit oder Taubheit wurde vor Kurzem erfolgreich klinisch getestet. Patienten mit hochgradiger sensorischer Taubheit vom Typ DFNB9, die durch Mutationen im OTOF- Gen verursacht wird, wurden mit therapeutischen viralen Vektoren behandelt und können nun hören. Für diesen Durchbruch wurde eine sogenannte "Dual-AAV"-Strategie für die Gentherapie angewandt, die zuvor in meinem Labor für OTOF entwickelt worden war. Erste Hörmessungen bei diesen behandelten Patienten zeigen jedoch, dass die Hörschwellen im Bereich von mittelgradiger Schwerhörigkeit liegen, sodass eine Verbesserung der Gentherapie weiterhin notwendig erscheint. Im Rahmen dieser Projektförderung konnten wir die Funktion von Otoferlin und die Taubheit DFNB9 weiter charakterisieren. So fanden wir, dass die Reifung der Synapsen an inneren Haarzellen in Abwesenheit von Otoferlin teilweise verändert ist, und dass innere und äußere Haarzellen über die Zeit absterben, wobei letzteres wird durch Lärmbelastung beschleunigt wird. Durch die Charakterisierung von zwei neuen Mauslinien sowie pharmakologische Experimente fanden wir heraus, wie die Beteiligung von Otoferlin an der Endozytose reguliert wird. Für die Weiterentwicklung der Gentherapie etablierten wir die Herstellung und Aufreinigung von Adeno-Assoziierten Viren (AAV) im Labor. Zudem optimierten wir in vitro organotypische Kulturen, um AAV-Transduktionen untersuchen zu können. Die Umstellung der Innenohrinjektion auf eine weniger invasive Methode ist nahezu abgeschlossen. Für eine umfassendere und genauere Analyse der Transduktion und der Zellzahlen im Innenohr gelang es uns, ein verlässliches Protokoll für das Clearing von Innenohren zu entwickeln, welches dieses transparent und zugänglich für Lichtblatt-Mikroskopie macht.

Projektbezogene Publikationen (Auswahl)

 
 

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