Genetisch determinierte soziale Kommunikation in einem ingezüchteten, in Gruppen lebenden wilden Säugetier
Evolution, Anthropologie
Ökologie und Biodiversität der Tiere und Ökosysteme, Organismische Interaktionen
Zusammenfassung der Projektergebnisse
Säugetiere kommunizieren soziale Informationen wie Verwandtschaft und genetische Kompatibilität vorwiegend durch den Geruch, die Einzelheiten dieser Geruchssignale sind jedoch noch unbekannt. Dieses Projekt zielte darauf ab, festzustellen, ob die Genetik, insbesondere die polymorphen Immungene des Haupthistokompatibilitätskomplexes (MHC), die bei der sozialen Kommunikation verwendeten Identitätsmerkmale beeinflussen. Die Forschung konzentrierte sich auf das langfristige Freilandprojekt mit Zebramangusten in Uganda und zielte ab auf: (1) den MHC von Zebramangusten zu charakterisieren und seine Rolle bei der Vorhersage von (2) Fitnessmerkmalen, (3) Verwandtenerkennung und Inzuchtvermeidung sowie (4) chemischen Geruchsarten und der individuellen Mikrobiotazusammensetzung zu erforschen. Dieses Projekt hat unser Verständnis der Rolle von MHC in der genetisch basierten sozialen Kommunikation deutlich erweitert, indem es zeigte, dass: (1) die MHC-Vielfalt bei durch Inzucht entstandenen Zebramangusten erhalten bleibt, wobei Selektionsmuster auf historische und andauernde Selektion in dieser Region hindeuten; (2) die MHC-Vielfalt entscheidend für die Fitness ist und unabhängig von der allgemeinen genomischen Vielfalt geschlechtsspezifische Auswirkungen auf das Überleben der Jungtiere hat; (3) eine umfassende Literaturrecherche zu den Zusammenhängen zwischen MHC, Geruch und Mikrobiota zeigt, dass kausale Zusammenhänge derzeit fehlen; und (4) weitere Studien, einschließlich Duftdrüsenhistologie und Feldversuche, erforderlich sind, um die Mechanismen der Geruchskommunikation zu ermitteln und ihre Verwendung unter natürlichen Bedingungen zu bestätigen. Die Ergebnisse dieses Projekts werden unser Verständnis grundlegender Konzepte in der Evolution des Sozialverhaltens und der Immunität des Wirts verbessern und wichtige Erkenntnisse über die Relevanz von MHC bei einer Art liefern, bei der Inzucht weit verbreitet ist.
Projektbezogene Publikationen (Auswahl)
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How can the MHC mediate social odor via the microbiota community? A deep dive into mechanisms. Behavioral Ecology, 32(3), 359-373.
Schubert, Nadine; Nichols, Hazel J. & Winternitz, Jamie C.
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Let’s keep alternative hypotheses on the table: a response to comments on Schubert et al.. Behavioral Ecology, 32(3), 378-379.
Winternitz, Jamie C.; Schubert, Nadine & Nichols, Hazel J.
